
Sicherheit
Vergiftet durch Ashwagandha?
Die aktuelle Warnung vor Ashwagandha verunsichert viele – doch sie betrifft nur bestimmte Personengruppen. Wir analysieren die Fakten und zeigen, worauf es bei der Rohstoffqualität ankommt.

Sicherheit
Die aktuelle Warnung vor Ashwagandha verunsichert viele – doch sie betrifft nur bestimmte Personengruppen. Wir analysieren die Fakten und zeigen, worauf es bei der Rohstoffqualität ankommt.
Line items
Sogar die «Qualitätszeitschrift» BILD meinte kürzlich: «Finger weg von diesem Anti-Stress-Kraut!».
Der Grund ist ein neues Papier (Mitteilung 39/2024) vom deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das auf «mögliche Gesundheitsrisiken» durch die Ashwagandha-Einnahme bei Kindern, Schwangeren, Stillenden und Menschen mit Lebervorerkrankungen hinweist. Auch das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) beobachtet solche Entwicklungen aufmerksam.
Hier erfolgt also die erste Differenzierung: Es geht nicht um alle, sondern um bestimmte Personengruppen. Hintergrund ist, dass es für Kinder, Schwangere und Stillende keine ausreichende Datenlage gibt. Konkrete Gefahren wurden gar nicht beschrieben.
Nebenwirkungen, anyone?
Das BfR führt an, dass hauptsächlich über positive Wirkungen der Schlafbeere publiziert wurde.
Nebenwirkungen seien kaum beschrieben, zu den bekannten würden folgende zählen: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie Benommenheit, Kopfweh, Schwindel, Schläfrigkeit und Hautausschläge.
«Zudem gibt es Hinweise darauf, dass die Präparate das Immunsystem sowie das endokrine System (Effekte auf den Cortisol- und Blutzuckerspiegel, Schilddrüsen- und Sexualhormone) beeinflussen können.»
Hier erweckt das BfR den Anschein, dass es sich um Nebenwirkungen handelt. De facto werden diese Effekte in Studien aber der positiven Wirkung von Ashwagandha zugeschrieben – etwa die stressdämpfende («adaptogene») Wirkung über die Cortisolreduktion (Lopresti et al. 2019).
Und weiter?
Besonders problematisch seien Hinweise darauf, dass Ashwagandha-Extrakte in unbekannten Dosen die Leber schädigen könnten – hierfür gäbe es einzelne Fallberichte.
Tatsächlich wurde dies u. a. in einer indischen Studie untersucht, wo 23 Menschen möglicherweise im Kontext einer Ashwagandha-Einnahme Leberschäden davontrugen (Philips et al. 2023).
Aber: Nur acht Patienten nahmen Ashwagandha einzeln ein und die meisten hatten schwere Lebervorerkrankungen.
Das Kernproblem
… beschreibt das BfR in seiner Mitteilung wie folgt:
«Die Art und die Gehalte der Inhaltsstoffe in einzelnen Nahrungsergänzungsmitteln unterscheiden sich stark.»
Das ist absolut richtig: Es gibt viele verschiedene Ashwagandha-Produkte am Markt mit unterschiedlichen Wirkstoffstandardisierungen.
Ganz allgemein gibt es bei Pflanzenextrakten erhebliche Qualitäts- und Dosierungsunterschiede zwischen einzelnen Präparaten.
Wir von edubily® nutzen den renommierten Markenrohstoff KSM-66®, der in den meisten klinischen Studien genutzt wird und vielfach zertifiziert ist.
RCT-Studie zeigt: KSM-66® ist sicher!
Die gute Nachricht ist, dass erst vor wenigen Jahren in einer hochwertigen RCT-Studie (Humanstudie) durch umfangreiche Untersuchungen gefolgert wurde, dass der Ashwagandhawurzel-Extrakt (600 mg) keine spür- und messbaren Nebenwirkungen erzeugt – dabei wurden auch Schilddrüsen- und Leberparameter untersucht (Verma et al. 2021).
Wichtig: Die Studiendauer war auf acht Wochen begrenzt und es wurde KSM-66® genutzt, der auch bei edubily® zum Einsatz kommt.
⇒ Es deutet sich einmal mehr an, dass die Rohstoffqualität entscheidend ist – wie bei allen Lebensmitteln, kann man nicht einfach jeden Rohstoff bedenkenlos konsumieren und es gibt zwischen den Rohstoffen erhebliche Qualitätsunterschiede.
Bei edubily® zu kaufen heisst: Wir haben schon für dich mitgedacht ;-)
Ashwagandha im Kontext
Ashwagandha wird seit Jahrhunderten in der ayurvedischen Medizin eingesetzt und für seine adaptogene Wirkung geschätzt. Auch grössere, aktuelle Reviews schreiben dem Wurzelextrakt der Schlafbeere ein breites gesundheitliches Wirkspektrum als Adaptogen zu, das u. a. leberschützend ist (Ingawale & Namdeo 2021).
Wie allen Pflanzenextrakten, die wir vertreiben, raten wir aber auch bei Ashwagandha dazu, z. B. in der Schwangerschaft bzw. in der Stillzeit eher darauf zu verzichten.
Unsere Empfehlung deckt sich dahingehend mit den BfR-Schlüssen, die so zusammengefasst werden können:
✓ Achte auf die Rohstoffqualität
✓ Nutze Pflanzenextrakte nicht unbedacht (= hochdosiert)
✓ Insbesondere Schwangere, Stillende und Vorerkrankte sollten Pflanzenextrakte im Zweifelsfall meiden
Gleichzeitig sollte man immer daran denken: Das BfR – wie auch das Schweizer BLV – kümmert sich hauptsächlich um noch so seltene Nebenwirkungen. Über positive Effekte wird man in solchen Mitteilungen eher nichts lesen.