Kollagen ist ein Segen. Also Nahrungskollagen.
Diesbezüglich zeigt sich auch, wie verarmt die Diskussionen um «zu viel Fleisch» in der Schweiz sind. Ja, wenn damit «zu viel Muskelfleisch», «Fleisch in Überproduktion» oder «zu viel Konsum von qualitativ schlechtem Fleisch» gemeint ist, gehen wir mit. Aber in der hiesigen Agenda sieht es ja so aus, dass Fleisch per se, heutzutage also völlig undifferenziert, als schlecht für den Körper und schlecht für die Umwelt dargestellt wird. Warum das zu kurz gedacht ist, erläutern wir häufiger im Blog oder auch bei Instagram. Einfach mal vorbeischauen (@edubily).
Heute wollen wir einmal kurz und knackig darlegen, warum unsere Vorfahren Knochenbrühe gekocht, Sülze gegessen oder die «Götterspeise» gelöffelt haben. Der Mensch bzw. seine direkten Vorfahren essen seit drei Millionen Jahren Fleisch – und seit der Mensch Fleisch isst, isst er nicht nur Muskelfleisch und schmeisst den Rest weg. Er verarbeitet prinzipiell das ganze Tier, von Kopf bis Fuss, «nose to tail». Entsprechend lässt sich davon ausgehen, dass der Mensch, seit er also Mensch geworden ist, eine gehörige Portion an kollagenem Eiweiss zuführt.
Wer es nicht weiss: Kollagen ist ein besonderes Protein. Ungefähr ein Drittel des ganzen Körperproteins besteht aus Kollagen. Unfassbare Zahlen. Das muss wichtig sein. Leuchtet uns auch direkt ein: Haut, Nägel, Knorpel, Gelenke, Zähne, Knochen, Bindegewebe allgemein, sprich: alles, was uns zusammenhält und unsere Funktion überhaupt ermöglicht, besteht aus Kollagen, diesem besonderen Protein. Das, was es so besonders macht, ist die Stabilität gepaart mit Elastizität. Je nach Kollagenart im Körper, es gibt sage und schreibe 28 verschiedene Kollagentypen im Körper, variieren diese beiden Faktoren. Gemein haben alle kollagenen Eiweisse im Körper, dass sie hauptsächlich aus der Aminosäure Glycin (30 %) bestehen, die meistens zusammen mit Prolin und Hydroxyprolin angeordnet ist.
Glycin also. Über diese Wunder-Aminosäure schreiben wir seit es den Blog (2014) gibt. Biochemische Kalkulationen zeigen, dass wir diese Aminosäure nicht in ausreichenden Mengen selbst bilden können. Wir stellen zwar kleine Mengen her, aber ...
«aus der Synthese, etwa 3 g pro Tag, zusammen mit der aus der Nahrung verfügbaren Menge im Bereich von 1,5–3 g pro Tag, kann die für alle Stoffwechselzwecke, einschliesslich der Kollagensynthese, benötigte Menge bei einem 70 kg schweren Menschen um bis zu 10 g pro Tag deutlich unterschritten werden»
Heisst also, ein gesunder Mann mit 70 kg (das Durchschnittsgewicht des Schweizer Mannes ist ähnlich hoch) braucht ggf. bis zu 10 g Glycin am Tag obendrauf. Diese, sagen wir, 5–10 g extra kann man sich nun mit einem gehäuften Teelöffel Glycin (schmeckt süss), in den Kaffee gerührt, holen oder über eine grosse Portion Kollagen-Hydrolysat als Pulver. Unsere Vorfahren haben das ein bisschen umständlicher gemacht, aber im Prinzip Kollagen gefuttert. Das nämlich hat einen grossen Vorteil gegenüber Glycin als einzelne Aminosäure: Hier liegen Kollagenpeptide vor, also kurzkettige Kollagenfragmente.
Wann immer die im Blut anströmen, verstehen Zellen, die Bindegewebe aufbauen müssen, dass sie ein bisschen Gas geben müssen.
Folge: Beispielsweise schönere Haut. Versteht ja auch jeder. Sofern der Professor lustig ist, erklärt er in einer seiner ersten Vorlesungen, dass Raucher faltiger werden, weil die das Kollagen unter der Haut kaputt machen. Aha. Könnte man also, so rein theoretisch, dafür sorgen, dass das Hautbild insgesamt schöner wird? Dass die Gelenke wieder besser funktionieren? Dass man wieder «straffer», jugendlicher wird? Hören wir doch einfach mal rein, in aktuelle, grosse Studien:
- «Vorläufige Ergebnisse sind vielversprechend für die kurz- und langfristige Verwendung von oralen Kollagenpräparaten zur Wundheilung und Hautalterung. Orale Kollagenpräparate erhöhen auch die Elastizität der Haut, den Feuchtigkeitsgehalt und die Kollagendichte der Haut.» (Quelle)
- «Die Ergebnisse dieser Meta-Analyse zeigen, dass Kollagen die Arthrose-Symptome durch die Verringerung des WOMAC-Gesamtindexes und der VAS-Skala wirksam verbessert.» (Quelle)
- «Die aus diesen systematischen Übersichten gewonnenen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die orale Verabreichung von intaktem oder hydrolysiertem Kollagen die klinischen Erscheinungsformen der Hautgesundheit verbessert. Fast alle eingeschlossenen Studien berichteten ohne Unstimmigkeiten über die positiven Auswirkungen einer Kollagensupplementierung.» (Quelle)
- «Das Kollagen-Testprodukt verbesserte signifikant die Hautfeuchtigkeit, Elastizität, Rauheit und Dichte. Die Unterschiede zwischen der Kollagengruppe und der Placebogruppe waren bei allen Testparametern statistisch signifikant.» (Quelle)
- Für die Sportler interessant: «Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Kollagen vor allem die Funktionalität der Gelenke verbessert und Gelenkschmerzen reduziert.» (Quelle)
Kollagen-Pulver ist damit möglicherweise das erste und einzige Produkt, das das häufig gehörte Werbeversprechen «Verbessert das Hautbild» wirklich hält. Es gibt tatsächlich eine hinreichende und belastbare wissenschaftliche Grundlage, die als Folge haben sollte, dass jeder zuhause so ein Pulver hat – und wenn man Veganer ist, muss man halt auf Glycin zurückgreifen. In jedem Fall werden Kollagen und Glycin unseren Bewegungsapparat und unsere Erscheinung frischer halten und dafür sorgen, dass es auch im Körper besser aussieht.