
Ernährung
Peinliche Wahrheiten
Komfortable Narrative über pflanzliche Ernährung entsprechen oft nicht wissenschaftlichen Fakten. Eine Studie zeigt: Protein ist einer der wichtigsten Hebel für metabolische Gesundheit und Lebergesundheit.

Ernährung
Komfortable Narrative über pflanzliche Ernährung entsprechen oft nicht wissenschaftlichen Fakten. Eine Studie zeigt: Protein ist einer der wichtigsten Hebel für metabolische Gesundheit und Lebergesundheit.
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Wir setzen uns dafür ein, dass jeder leben und essen kann, wie er will. Wir setzen uns aber auch für Fakten ein.
Und manchmal tun Fakten dem einen oder anderen vielleicht weh. Denn natürlich hat jeder von uns so ein bisschen eine eigene Vorstellung davon, was richtig und was falsch ist.
Für viele fühlt sich eine pflanzenbasierte, vielleicht sogar vegane Ernährung mit wenig Tierleid und hohen moralischen Standards … intuitiv richtig an. Solche Ideale, um nicht zu sagen Utopien, begleiten den Menschen seit Jahrhunderten, vielleicht seit Jahrtausenden.
Natürlich tut es ein bisschen weh, wenn man Fachartikel in den renommiertesten Fachzeitschriften der Welt liest, die titeln, «Warum Menschen Tiere töten und warum wir es nicht vermeiden können».1 Dort steht detailliert beschrieben, warum wir auch dann (viele, viele) Tiere töten, wenn wir gar keine mehr essen.
Gewisse Öko-Narrative fühlen sich gut, lesen sich gut, verkaufen sich aber auch gut. Das haben viele Medien für sich erkannt, aber auch viele Wissenschaftler, vor allem im Bereich Ernährung.
So liest man sehr häufig von Studien an Menschen oder Tieren (oder im «Reagenzglas»!), wenn sie zeigen sollen, dass Tierkost ganz ungesund ist, dass Proteine ganz schlimm sind oder Veganismus das Klima schont.
Gegenteilige Darstellungen liest man im Verhältnis viel seltener. Das liegt aber nicht daran, dass über sie weniger publiziert wird. Diese Daten passen einfach nicht in das gewünschte Narrativ, also werden sie ausgeblendet.
Ein exzellentes Beispiel dafür ist Protein. Wie oft lesen wir Horrornachrichten über diesen Makronährstoff. Dabei gibt die Datenlage ein völlig anderes Bild her. Es müsste nur stärker darüber berichtet werden.
So weiss man aus Tierstudien schon sehr lange, dass ein relativ hoher Gehalt an Nahrungsprotein nicht nur schlanker hält, sondern vor allem die Leber entfettet. Eine fette Leber ist ein Kernmerkmal eines kranken Körpers.
Zeitgleich liest man immer öfter davon, dass ein niedriger Proteingehalt in der Nahrung – etwa unter Veganismus – besonders förderlich gegen Stoffwechselerkrankungen wie die nicht-alkoholische Fettleber sein soll. Natürlich passt das besser zu einem bestimmten Narrativ.
Eine grosse Forschungsarbeit aus Deutschland, an der 17 deutsche Institute beteiligt waren, wollte hier mit einer hochwertigen Humanstudie Aufschluss geben. Die Forscher fanden prompt: Eine Verdreifachung des Proteingehalts in der Nahrung (von 10 auf 30 %) kann den Fettgehalt in der Leber nahezu halbieren.2
Trotz gleicher Kalorienzufuhr passierte bei der Low-Protein-Ernährung … nichts. Die Leber war genauso fett wie vor der Ernährungsumstellung. Dabei war der Ernährungsplan doch so voll von vermeintlich gesunden Lebensmitteln wie Brot, Reis, Kartoffeln, Soja, Früchten und Gemüse.
… aber die Bratwurst ist häufig ein Proxy für einen ungesunden Lebensstil.
Wenn du das nächste Mal davon liest, dass Protein ganz schlimm sei und die Leber verfette, dann denke bitte daran, dass grosse (epidemiologische) Studien oft die Currywurst und die Salami-Pizza mit dem mageren Steak gleichsetzen. So kann das natürlich nichts werden.
Nahrungsprotein ist für viele, vielleicht für alle Menschen einer der wichtigsten Hebel für einen stoffwechselgesunden Körper. Daran darf man sich gerne satt essen.