
Immunsystem
Longcovid: Es werde Licht!
UV-Strahlung und Stickoxid spielen eine wichtige Rolle bei der Genesung von Longcovid. Wie Arginin und Vitamin C den Körper unterstützen können.

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UV-Strahlung und Stickoxid spielen eine wichtige Rolle bei der Genesung von Longcovid. Wie Arginin und Vitamin C den Körper unterstützen können.
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Leider gibt es noch relativ wenige Studien zu Longcovid mit Blick auf die Frage: Was können wir per Lebensstil tun, wenn wir uns betroffen fühlen? Wir möchten an der Stelle gar nicht auf die Frage eingehen, was manch einer über Longcovid denkt oder darauf, was Longcovid überhaupt ist.
Eine Antwort auf die zuletzt genannte Frage wäre wichtig, um Ansatzpunkte zu finden. Dazu gleich mehr.
Langsam aber sicher meldet sich der Frühling an. Endlich, endlich reicht so langsam die UV-Intensität wieder aus, um in der Haut Vitamin D zu bilden. Toll! Sonnenstrahlung ist leider eines von vielen Themen, das in den letzten Jahren so ein bisschen in Verruf geraten ist. Bloß nicht zu viel Sonne!
Mit Blick auf Corona hilft eine intensivere UV-Strahlung offenbar. Vor bald zwei Jahren sind wir über eine Abbildung gestolpert. Die Studie fasst ihre damaligen Erkenntnisse in Form der Abbildung zusammen:
Also schon vor bald zwei Jahren war klar, dass UV-Licht, dass Sonne und damit Sommer, sehr wahrscheinlich vor Corona schützen. Das war in der Studie kurz und prägnant aufgearbeitet. Kein Wunder, s. g. saisonale Effekte kennen wir von vielen anderen Erregern und die intensivere Sonnenstrahlung im Sommer ist sicher ein Grund dafür.
Physiker des University College London, das als eine der renommiertesten Universitäten weltweit gilt, haben mal nachgerechnet – wohl beim Butterbrotessen in der Mittagspause – und herausgefunden, dass es eine sehr starke «Anti-Korrelation zwischen der täglichen UV-Intensität und den COVID-19-Infektionen zwischen dem 11. Mai 2020 und dem 10. März 2021 in UK» gab.
Der Korrelationskoeffizient hier lag bei −0,934, was einer starken inversen Korrelation entspricht und eine kausale Beteiligung nahelegt. Die Autoren sprachen damals in diesem noch immer als Preprint geführten Aufsatz von ihrer Vermutung, dass UV-Licht die Infektiosität «durch Stärkung der menschlichen Immunität durch Erhöhung des Vitamin-D- und Stickoxid-Spiegels oder durch Unterdrückung des Virus selbst» abschwächt.
Stickoxid-Spiegel – chemisch: NO, ein Gas. Was viele nicht wissen: Im Sommer, also bei höherer UV-Exposition, setzen wir wesentlich mehr NO in unseren Gefässen frei. Für NO gab's 1998 den Medizin-Nobelpreis, weil es so wichtig für den menschlichen Körper, speziell für den Energiestoffwechsel, die Immun- und für die Gefässfunktion ist.
Wir erinnern uns:
Genau hier würden höhere NO-Mengen im Körper ansetzen. Doch Stickstoffmonoxid wird auch vom Immunsystem direkt verwendet. Der Hauptgrund dafür ist, dass damit sehr starke Oxidantien generiert werden können, die Bakterien und Viren einfach zerstören. Auch allgemein hat NO antivirale Wirkungen, z. B. «durch Hemmung der Replikation einer Reihe von Viren in einem frühen Stadium und der Aktivierung von angeborenen Immunwegen für allgemeinere antivirale Funktionen.»
Die gute Nachricht: Sonnenlicht braucht's dafür nicht unbedingt. Wir könnten auch im Winter gut mit NO versorgt sein. Der Körper nämlich setzt konstant die Aminosäure Arginin zu NO um und hält damit in der Regel Gefäss-, Immun-, und Stoffwechselfunktion fit. Hier setzen aktuelle Studien zu Longcovid an. Denn hier hat man im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen, die nie mit Corona infiziert waren, einen entscheidenden Ansatzpunkt gefunden.
Ergebnisse legen nahe, dass der Arginin- und damit der NO-Stoffwechsel bei Longcovid-Patienten gestört ist. Und das lässt sich offenbar abfedern durch eine gezielte Arginin- und Vitamin-C-Gabe. Dies wird in der wissenschaftlichen Literatur ausführlich diskutiert.
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