Geheimnis Mikronährstoffe
Es ist wirklich eine Schande, dass wir im 21. Jahrhundert noch über die immense Bedeutung von Mikronährstoffen für unsere Gesundheit, für unser Wohlbefinden diskutieren müssen. Unsere edubily-«Feldstudie» läuft seit nunmehr sieben, bald acht Jahren. Täglich erreichen uns etliche Nachrichten mit oft ähnlichen Inhalten, Tenor:
Zusätzliche Vitamine und Co. sind mittlerweile unverzichtbar geworden.
Menschen spüren selbst ganz genau, wenn ihnen etwas guttut oder wenn sie etwas zuführen, was ihnen vorher gefehlt hat. Übrigens: So kam auch der wohl berühmteste Biochemiker der Welt, Bruce Ames (mittlerweile 93 Jahre alt!), zu seinen Erkenntnissen. Der hat in einem Laborversuch vor vielen Jahrzehnten schlicht und zufällig beobachtet, dass seine Zellen nach Folsäure-Unterversorgung aussahen wie nach einer Strahlen-Exposition: Die DNA war fragmentiert, einfach zerbrochen. Passiert sowas in unserem Körper, sterben Zellen – alternativ werden sie krank oder verhalten sich bösartig (Krebs).
Glücklicherweise weiss Ames auch, dass unsere Zellen über ein enormes Repertoire an Heilungsmechanismen verfügen. So erklärt er in einem seiner jüngeren Vorträge, dass «Magnesium in jedem DNA-Reparatur-Enzym und in vielen Hunderten weiteren Enzymen enthalten» ist. Weiter nennt er Zink, das «in 2000 Enzymen enthalten ist – in Proteinen gibt es s. g. Zinkfinger, die DNA-Sequenzen erkennen. Darüber hinaus ist Zink Teil vom Krebsabwehr-Protein p53...»
Wenn man sieht, wie eindringlich und plastisch er – so ein renommierter Professor – das erklärt, muss einem einfach klar werden, wie bedeutend diese Stoffe für das Funktionieren unserer Biochemie-Fabrik sein müssen. Ein drastisches Beispiel dafür thematisierten wir in einem Beitrag aus 2015, der nicht mehr öffentlich auf unserer Plattform zugänglich ist. Dort erklären wir, dass das o. g. zinkabhängige Antikrebs-Protein p53 in ca. 50 % der Tumorfälle mutiert ist und gar nicht mehr funktioniert – das Wunder: Etliche Studien zeigen, dass man die Funktionsfähigkeit mit zusätzlicher Zinkzufuhr wiederherstellen kann. Ist das wirklich ein Wunder? Oder doch eher die Normalität für das eigentliche Wunder, das wir immer unterschätzen, den Körper?
Heute gibt es, veröffentlicht oft in den renommiertesten Wissenschaftsdatenbanken dieser Welt, «Mitochondrien-Cocktails» – wir wissen, dass Mitochondrien im Zentrum der aktuellen Forschungen stehen, da diese kleinen «Kraftwerke der Zelle» nicht nur Lebensenergie für uns produzieren, sondern auch die Zellen gesund und fit halten. In den Cocktails vorhanden? Oft einfachste Mikronährstoffe, sogar bei der Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums nachzulesen. Auch das bahnbrechende, aber offenbar noch immer unbekannte «Bredesen-Protokoll zur Umkehr des kognitiven Verfalls» von Prof. Bredesen, seines Zeichens Professor für Neurologie an der School of Medicine der University of California, Los Angeles (UCLA), fusst auf Mikronährstoffen. Dort zu lesen, u. a.
- Senken von Homocystein mit B-Vitaminen
- Kognitionsverbesserung mit Magnesium und Taurin
- Optimierung des D-Spiegels
- Bereitstellung von Baumaterial für Synapsen via Omega-3
- Optimierung vom Zink/Kupfer-Spiegel
- Erhöhung des B12-Spiegels
Hier wird also eine präzise Anleitung an die Hand gegeben – Grund: die Leistungsfähigkeit des Gehirns wiederherstellen. Das mehr oder weniger Amüsante daran ist ja, dass man diese Anleitung auf quasi alle anderen Gesundheitsbereiche übertragen kann. Denn klar ist: was die Hirnfunktion optimiert, optimiert auch die Immunfunktion, die Muskelfunktion... und jede andere Körperfunktion. Das kann man von einer Medikamentengabe nicht behaupten. Das ist sozusagen die Magie dahinter: Gib dem Körper, was er braucht und er wird versuchen, sein genetisches Maximum rauszuholen. Wir machen häufig das Gegenteil und wollen unbedingt das genetische Minimum erreichen, warum auch immer.
Wie «übersetzen» wir eigentlich die Wirkung, die Eigenschaften von Mikronährstoffen? Eine Auswahl:
- Vitamin A: A für Antikörper. Vitamin A ist der limitierende Faktor bei der Bildung von Antikörpern. Essentielles Wissen bei jedem Infekt.
- Vitamin D: Verstärkt die Wirkung von Vitamin A, stellt das Immunsystem scharf, dämpft aber auch Autoimmunität – heisst, optimiert die Immunfunktion.
- Vitamin B1 (Thiamin): Aufnahme und Wirkung wird oft gehemmt, z. B. durch Kaffee – B1 ist aber der Stoffwechselturbo, steigert Fett- und Kohlenhydratverbrennung
- Kollagen: Macht den kompletten Bewegungsapparat robuster
- Taurin: Beruhigt die Sinne, schleust Dreck aus dem Körper und ist essentiell für die Fettverbrennung
- Carnitin: Absolutes Wunder – an allem beteiligt, was uns wichtig ist (Depressionen, Immunsystem, Muskelfunktion etc.)
- Cystein: Vermutlich eine der wichtigsten Aminosäuren – macht Proteine im Körper, inkl. Arterien, zugfest, ermöglicht in vielen Fällen überhaupt erst die Aktivität und ist der wichtigste Stoff für die Entgiftung und die Virusabwehr
Idealerweise stellt man sich einzelne Wirkungen von den jeweiligen Mikros genau so plastisch vor. Das sorgt auch dafür, dass man sie nicht mehr unterschätzt. Wichtig besonders jetzt, zum Beispiel Vitamin A(ntikörper): Es hat einen Grund, warum Vitamin A Teil eines Lebensmittels (Leber) ist, das wir «stärksten Immunbooster» nennen. Den meisten leider unbekannt. Und die Gesellschaft wundert sich dann, spätestens im Winter.