
Ernährung
Eiweiss zum Abnehmen
Eiweiss ist ein spannendes Thema in der Gewichtsabnahme. Vor über 40 Jahren hat man bewiesen, dass eine reine Eiweissdiät ebenso effektiv ist wie Fasten, aber ohne Muskelverlust.

Ernährung
Eiweiss ist ein spannendes Thema in der Gewichtsabnahme. Vor über 40 Jahren hat man bewiesen, dass eine reine Eiweissdiät ebenso effektiv ist wie Fasten, aber ohne Muskelverlust.
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Eiweiss in der Diät ist ein spannendes Thema – nicht erst seit gestern ist das Eiweiss-Thema in aller Munde.
Was die meisten Menschen nicht wissen: «Eiweiss», oder genauer: Eiweiss in der Diät, wurde schon vor über 40 Jahren berühmt.
Damals hat man nämlich bewiesen, dass eine reine Eiweissdiät (also: nur ein paar Kalorien aus Eiweiss, sonst Wasser, Mineralstoffe, Vitamine usw.) genauso gut Gewicht verlieren lässt wie ein richtiges Fasten, mit dem Vorteil, dass keine Magermasse verloren geht. Und das bedeutet: Der Netto-Effekt ist bei Eiweissdiäten besser als beim Blanco-Fasten.
Solche reinen Eiweissdiäten taufte man damals Protein Sparing Modified Fast, kurz PSMF.
Eiweiss an sich hat ein paar Vorteile, die man in der Diät gerne nutzt:
Das liegt daran, dass die Eiweisszufuhr die Ausschüttung einiger Darmhormone hervorruft, die wiederum eine Sättigung herbeiführen. Zeitgleich regulieren manche Aminosäuren (BCAA) gewisse Signalwege innerhalb von Gehirnzellen – die dafür verantwortlich sind, den Hunger zu unterdrücken. Und natürlich giert der Körper nach diesen wertvollen, weil essentiellen Aminosäuren. Denn alles im Körper besteht aus Proteinen.
Die Verstoffwechselung von Makronährstoffen, also Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen, «verbrauchen» auch immer etwas Energie. Es zeigt sich, dass Eiweiss diesbezüglich am «grosszügigsten» ist, denn sage und schreibe bis zu 30 % der gerade in Form von Eiweiss gegessenen Kalorien gehen flöten. Da Eiweiss an sich aber kein guter Kalorienspender ist (schliesslich müssen davon Strukturen im Körper aufgebaut werden), ist der Netto-Effekt im Grunde negativ. Genau das wurde in den 1970er Jahren herausgefunden: PSMF wirkt unterm Strich besser als reines Fasten.
Dass Eiweiss ein bisschen mehr ist als nur eine Nahrungskomponente, wird klar, wenn man sich mal mit [Quelle nicht mehr verfügbar] auseinandersetzt. Das ist einfach erklärt: Tiere in der Wildbahn richten ihre Gesamtkalorienzufuhr nach der zugeführten Proteinmenge. Heisst: Je weniger Protein in der Nahrung, umso mehr Fett- und Kohlenhydratkalorien, ergo: Gesamtkalorien, werden verspeist. Und umgekehrt heisst das, je höher der Proteinanteil in der Nahrung, umso niedriger die Gesamtkalorienzufuhr. Zumindest in einem gewissen Rahmen.
Der angesehene Ernährungswissenschaftler Kevin D. Hall [Quelle nicht mehr verfügbar].
Übrigens, dieser Herr ist nicht irgendein Forscher, sondern der Sektionsleiter der Abteilung Integrative Physiologie des National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, das wiederum Teil des National Institute of Health ist – «nur» die wichtigste US-amerikanische Forschungseinrichtung zum Thema.
Der sagt doch glatt: Seit den 70er-Jahren gab es einen Rückgang des Proteinkonsums um 1 %. Dieser vermeintlich kleine Rückgang alleine, so Hall, könnte eine dramatische Erhöhung der täglichen Kalorienzufuhr (200 bis 300 kcal) nach sich ziehen, die seit den 70er-Jahren beobachtet wird. Damit würde der Protein-Leverage-Effekt zumindest teilweise erklären, warum die US-Bevölkerung immer dicker wird.
Dabei handelt es sich natürlich in erster Linie um Hypothesen und mathematische Modelle. Vielleicht ist was dran.
Long Story short: Wer Probleme beim Abnehmen hat, vorausgesetzt der Stoffwechsel funktioniert normal (Schilddrüsenhormone usw.), soll halt einfach mal den Proteinanteil der Ernährung erhöhen ... das alleine könnte schon ausreichen, um quasi im Vorbeigehen grössere Effekte abzustauben. Manchmal muss man nur das Hirn einschalten.