
Ernährung
Wie Keto heilt
Ketogene Ernährung ist ein natürlicher Zustand unserer Physiologie, kein Hype. Aktuelle Forschung zeigt, dass Ketonkörper beeindruckende heilende Effekte auf Nervensystem und weibliche Hormonbalance haben.

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Ketogene Ernährung ist ein natürlicher Zustand unserer Physiologie, kein Hype. Aktuelle Forschung zeigt, dass Ketonkörper beeindruckende heilende Effekte auf Nervensystem und weibliche Hormonbalance haben.
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Auf dem Land heisst es oft: «Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.» Das soll ausdrücken, dass man Neuem gegenüber skeptisch ist und Vertrautes bevorzugt.
Das ist an sich nicht schlecht. Problematisch wird es jedoch, wenn man am Vertrauten festhält, selbst wenn bewiesen ist, dass das Neue gesünder oder vorteilhafter ist.
Mit dieser Einstellung wird man oft konfrontiert, wenn man, wie wir, Gesundheitswissen an die Menschen bringen möchte. Und je weniger sich jemand bisher damit befasste, umso schwieriger wird's.
Besonders wenig informiert scheinen oft Journalisten zu sein. Für sie ist eine ketogene Ernährung, kurz «Keto», nicht selten ein «gefährlicher Hype aus dem Internet».
Wie unsinnig, eigentlich. Denn Keto ist vielleicht einer der natürlichsten Zustände der menschlichen Physiologie.
Zur Erinnerung: Es gibt nicht schon immer Supermarkt. Auch den Kühlschrank gibt es erst seit etwa 60–70 Jahren. Nein, doch, oh! Es gibt auch keine Bäume, an denen Brötchen wachsen.
Heisst, der Mensch hat über eine sehr lange Zeit seiner Entwicklungsspanne von dem gelebt, was er in der Natur vorfand. Und die ist generell relativ kohlenhydratarm – jedenfalls im Vergleich zu unserer Kohlenhydratverfügbarkeit heute.
Ausserdem musste der Mensch sein Essen jagen und sammeln, was oft dazu führte, dass es zeitweise weniger Nahrung gab. All diese Faktoren sorgten dafür, dass unser Fettstoffwechsel über Millionen von Jahren stark beansprucht wurde.
Läuft der Fettstoffwechsel rund und wird voll beansprucht, produziert er Ketonkörper – Zuckerersatzstoffe, die es in sich haben, wie die Forschung uns heute beweist.
Fasten oder fastenähnliche Zustände sind seit Jahrhunderten als Heilmittel bekannt. Auch wir fasten oft bei Krankheiten, z. B. bei schweren Infekten – der Körper macht das automatisch.
Die ketogene Ernährung ahmt solche Zustände nach: Man isst sehr wenige Kohlenhydrate, dafür mehr Protein und vor allem Fett. Das funktioniert nicht für jeden, aber für viele.
Die heilenden Kräfte der Ketonkörper wurden kürzlich erneut bestätigt. Diese Studien möchten wir dir nicht vorenthalten.
In einem Tiermodell für Multiple Sklerose zeigte sich, dass die ketogene Ernährung und Ketonkörper allein erheblich vor neurologischen Schäden schützen, indem sie Darmbakterien aktivieren, die schützende Stoffe produzieren.¹
In einer weiteren Studie mit übergewichtigen Frauen verbesserte eine kalorienreduzierte ketogene Diät bei vielen Frauen den Zyklus, und bei einigen setzte sogar die ausgebliebene Menstruation wieder ein – im Low-fat-Vergleich blieb dieser Effekt aus.² Die Autoren vermuten:
«Unsere Hypothese nach diesen Ergebnissen ist, dass das Vorhandensein von Ketonkörpern dazu beitragen kann, die Gesundheit von Frauen im Hinblick auf endokrine, kognitive und metabolische Einflüsse zu regulieren.»
Diese Erkenntnisse sind beeindruckend. Doch Vorsicht: So mächtig dieses Tool für die Gesundheit sein kann, so schädlich kann es in anderen Kontexten sein.
Nicht jeder Körper funktioniert dauerhaft optimal unter ketogener Ernährung. Ausserdem muss darauf geachtet werden, ausreichend Kalorien aufzunehmen.
Unser Tipp: Optimiere deine Fähigkeit, Ketonkörper zu bilden, und nutze ketogene Ernährung am besten zyklisch, besonders wenn du eine Frau bist. Um mehr Ketonkörper zu bilden, kannst du Folgendes tun:
So kannst du gefahrlos die förderlichen Effekte der Ketonkörper für dich mitnehmen. Man sollte nur offen für Neues sein. Mit der herkömmlichen Ernährung wird's eher nix.
Alexander et al. A diet-dependent host metabolite shapes the gut microbiota to protect from autoimmunity. Cell Reports, 2024; 114891 DOI: 10.1016/j.celrep.2024.114891
Kackley et al. Self-reported menses physiology is positively modulated by a well-formulated, energy-controlled ketogenic diet vs. low fat diet in women of reproductive age with overweight/obesity. PLOS ONE, 2024; 19 (8): e0293670 DOI: 10.1371/journal.pone.0293670