
Ernährung
Verniedlichter Weizen
Weizenproteine wie Amylase-Trypsin-Inhibitoren lösen im Körper chronische Entzündungen aus. Forschung zeigt, dass diese Effekte vom Darm bis ins Gehirn reichen können.

Ernährung
Weizenproteine wie Amylase-Trypsin-Inhibitoren lösen im Körper chronische Entzündungen aus. Forschung zeigt, dass diese Effekte vom Darm bis ins Gehirn reichen können.
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Wir vermuten, dass wir für die meisten Menschen sprechen können, wenn wir sagen:
Brot, Brötchen und Kuchen … schmecken.
Wer mag nicht so ein frisch gebackenes, hochwertiges Sauerteigbrot oder eine vom begabten Italiener gefertigte Pizza?
Daher werden wir unseren Lesern und Leserinnen den Weizenkonsum auch nie in der Gänze verbieten. Für viele von uns ist ein frisches Brötchen am Sonntagmorgen einfach ein Stück weit Lebensfreude. D'accord!
Gleichowohl plagen uns Zivilisationserkrankungen, die Haupttodesursache in westlichen Ländern sind und die alle gemein haben, dass sie nur deshalb töten, weil sie mit chronischen, niedrig-gradigen Entzündungen einhergehen.
Dabei ist es egal, ob das die stark progressive Alzheimerdemenz, der Diabetes oder die Herzkreislauferkrankung ist. Die chronisch-entzündliche Erkrankung muss nicht einmal töten, um unsere Gesundheitsspanne massiv zu verkürzen und unsere Lebensqualität massiv einzuschränken.
Denken wir dabei an Übergewicht, Gicht, Allergien, manche Krebserkrankungen, sogar viele psychische Erkrankungen sind im weiteren Sinne Zivilisationserkrankungen, die mit Entzündungen «funktionieren».
Vor allem Weissmehl hat daher keinen Platz in einer präventiven Kost. Denn in unserer energieüberfrachteten Welt sind leere Kalorien, ohne irgendeinen physiologischen Mehrwert, purer Überfluss, der Krankheitsentstehung begünstigt.
Dass unsere Brötchen nicht irgendetwas harmlos-spassiges sind, wird spätestens klar, wenn man sich mit Forschungen des Mainzer Professors Dr. Dr. Schuppan befasst.
Sein Forschungsgebiet ist eine bestimmte Klasse an Weizenproteinen, die Amylase-Trypsin-Inhibitoren. Diese Proteine im Weizen dienen eigentlich dem Fraßfeindschutz der Pflanze. Und offenbar mag unser Immunsystem dieses Protein überhaupt nicht.
Schuppan konnte nämlich in einer ganzen Reihe an Tierversuchen zeigen, dass ATIs…
Ganz aktuell, im Jahr 2023, wurde eine Schuppan-Arbeit publiziert, die zeigte, dass «Weizen-Amylase-Trypsin-Inhibitoren die ZNS-Entzündung bei experimenteller Multipler Sklerose verschlimmern»¹ – und zwar dosisabhängig.
Hier hatten die armen, quasi mit Brötchen gefütterten Mäuse einen sehr viel schlechteren Verlauf bei einem Modell für Multiple Sklerose. Bei den Tieren streute die Entzündung aus dem Darm über die Lymphgefässe bis ins Gehirn.
Schuppan und Kollegen nutzten für ihre Forschungen stets ATI-Mengen, die in der herkömmlichen Nahrung bei uns vorkommen. Wichtiger Kritikpunkt ist sicher, dass es sich dabei (noch) nicht um Human-Studien handelt.
Dass aber ausgerechnet viele Menschen mit Autoimmunerkrankungen starke Besserungen durch ein bekanntes Autoimmun-Protokoll auf Basis der weizenarmen «Steinzeit-Ernährung» (Paleo-AIP; Wahls-Protocol) erzielen, passt dann doch zumindest anekdotisch ins Bild.
Für uns sollte klar sein: Nein, die übliche Weizenmast ist nicht «unschuldig», wenn es um die Vielzahl an entzündlichen Erkrankungen mitsamt Stoffwechselentgleisungen in unserem Land geht.
Dass es natürlich noch lange braucht, um breitflächig akzeptiert zu werden, ist selbstverständlich und liegt freilich an unseren Eingangssätzen. Dafür schmeckt's halt einfach zu gut, nicht wahr?