Leider muss man sich selbst immer wieder vor Augen führen, dass Weizen eine «eigenartige, schwammige Fettigkeit» macht. So jedenfalls liest man bei Weston Price bzw. später bei Albert von Haller («Gefährdete Menschheit»):
Bei einseitiger Brot-, Zucker- und Grützekost entstand auch bei den Eskimos eine eigenartige, schwammige Fettigkeit, die unter den Leuten draußen unbekannt war. Durch die Landeskost hielt man sich schlank und leicht.
Und was war diese «Landeskost» bei Eskimos? Genau, «Fleisch, Fisch und Tang». In unserer Realität hier in der Schweiz heißt es dann:
Teig macht Teig.
Kann man ja an sich selbst immer wieder beobachten. Darüber, dass die meisten von uns nicht an diese hiesige «Teig-Kost» angepasst sind, brauchen wir ja nicht mehr zu sprechen. Die sogenannten Zivilisationskrankheiten – also Herzkreislauferkrankungen, Neurodegeneration; alles, was in der Wildbahn lebende Menschen nicht kennen – machen dies mehr als deutlich. Besonders deutlich versteht man dies am Beispiel von Aborigines. Die kommen aus dem Busch in die Stadt, essen eine Brezel ... und bekommen Diabetes. Ja, überspitzt, aber im Kern stimmt das leider. Heißt, je archaischer das eigene Genom, umso empfindlicher reagiert man auf modernes Essen – das dürfte mindestens 30–70 % der Menschen bei uns betreffen.
Doch Weizen wirkt völlig losgelöst. Weizen hat nochmal eine andere Dimension im Vergleich zu Reis und ggf. Mais. Warum das so ist, darüber dürften sich die Geister noch in vielen Jahrzehnten streiten. Weizen scheint in gewisser Weise besonders unverträglich zu sein. Sogar eigentlich daran angepasste Nager zeigen seltsame Anomalien, wenn man sie mit Weizen füttert.
- Weizen in der Nahrung verstärkt die verfettende und krankmachende Wirkung einer fett- und kalorienreichen Ernährung im Tierexperiment. [Quelle nicht mehr verfügbar]
- Weizen-Peptide, die bei der Verdauung entstehen, hemmen anscheinend die Bindung vom Sattmach-Hormon Leptin an den Rezeptor. [Quelle nicht mehr verfügbar]
- Ausserdem scheinen diese Peptide die Insulinausschüttung dosisabhängig zu steigern. (ebd.)
- Ersetzt man das Standardprotein der Tiernahrung mit einem kleinen Teil Gluten, zeigt sich nicht nur eine deutliche Verschlechterung der Darmgesundheit, sondern auch eine Verschlechterung der Stoffwechselgesundheit. Die Autoren meinen: «Obwohl unsere Beobachtungen an Mäusen gemacht wurden und daher nicht unbedingt auf den Menschen übertragbar sind, deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass die nachteiligen Auswirkungen einer kalorien- und fettreichen Ernährung auch beim Menschen durch den Verzehr von gliadinhaltigen Lebensmitteln verschlimmert werden könnten.» [Quelle nicht mehr verfügbar]
- Und im direkten Vergleich zeigt sich, dass glutenfrei ernährte Tiere deutlich schlanker und stoffwechselgesünder sind, viermal weniger Insulinresistenz aufweisen, 30 % weniger Insulin und 25 % weniger Zucker im Blut haben (gut). Zeitgleich sind wichtige Enzyme des Fettstoffwechsels stark hochreguliert und das Fettgewebe schüttet mehr Botenstoffe («Adipokine») aus, die gesund machen (Adiponectin) und weniger, die krank machen (Resistin). [Quelle nicht mehr verfügbar]
Wohlgemerkt: Wir sprechen hier von einem einzigen Faktor in der Nahrung der Tiere. Die Gesamtmenge an Kalorien, die die Tiere zu sich nahmen, waren gleich.
Teig macht Teig.
Im echten Leben ist es leider so, dass die wenigsten Menschen konsequent auf ihre Gluten-Pizza, auf das Gipfeli oder das Brot verzichten (können oder wollen). Damit nehmen sich ganz häufig den möglicherweise wichtigsten Hebel, um gesund zu werden und gesund zu bleiben. Viele Menschen begreifen einfach noch immer nicht, dass Essen massivsten Einfluss auf ALLES im Leben hat. Viele Menschen verstehen noch immer nicht, dass die Wahrscheinlichkeit nicht allzu gering ist, dass sie Weizen nicht gut verdauen und immunologisch, sprich beispielsweise mit Antikörpern darauf reagieren.
Man kann nur immer wiederholen: Diese Antikörper gegen Gliadin kreuzreagieren mit sämtlichen Körperproteinen und legen damit ihre Funktion lahm. Auch im Gehirn: «Gliadin ist ein hoch immunogenes Protein und die Epitope seiner gesamten immunogenen Länge sind homolog zu den Produkten zahlreicher Proteine, die für Schizophrenie relevant sind. Dazu gehören Mitglieder des DISC1-Interaktoms, von Glutamat-, Dopamin- und Neuregulin-Signalisierungsnetzwerken sowie von Signalwegen, die an Plastizität, dendritischem Wachstum oder Myelinisierung beteiligt sind. Antikörper gegen Gliadin werden wahrscheinlich mit diesen Schlüsselproteinen kreuzreagieren.» Punkt.
Wenn die Menschen verstehen, dass Gliadin und Gluten keine alltägliche Spassveranstaltung in Form von Guetsli, Donuts und Marmeladenbrötchen sind, sondern ernstzunehmende und krankmachende Faktoren in der Nahrung, findet vielleicht irgendwann ein Umdenken statt. Leider kann man prognostizieren, dass Menschen heutzutage so neben der Spur sind und am Leben vorbeilaufen, dass die Spirale sich nur weiter dreht und wir – natürlich staatlich angeordnet – essen dürfen wie in der Nachkriegszeit. Dann heißt es wohl, «Ein Laib Brot a day, keeps health away».
Jedenfalls erleben wir eine gravierende Agenda und einen gravierenden erzieherischen Eingriff durch viele unserer Politiker und Medien. Denn mit Fleisch will man heutzutage den Feind für alles – Kosten, Klima, Gesundheit uvm. – ausgemacht haben. Populismus läuft heute leider besonders gut rein. Mit fatalen Folgen.