
Resilienz
Resilienz mal anders
Resilienz ist die Fähigkeit, schwierige Lebensereignisse ohne dauerhafte Beeinträchtigung zu überstehen. Sie ist eng mit unserer Ernährung und hormonellen Gesundheit verknüpft.

Resilienz
Resilienz ist die Fähigkeit, schwierige Lebensereignisse ohne dauerhafte Beeinträchtigung zu überstehen. Sie ist eng mit unserer Ernährung und hormonellen Gesundheit verknüpft.
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Resilienz ist ein Markenzeichen von gesunden, psychisch stabilen und vielen langlebigen Menschen.
Warum überstehen manche die grössten Lebenskrisen, schwere Kriege und Hungersnöte augenscheinlich ohne grösseren langfristigen Schaden – während manche Menschen dabei und mehr noch danach wörtlich zugrunde gehen?
Genau das ist auch die Definition von Resilienz: Die Fähigkeit von Menschen, schwierige oder katastrophale Lebensereignisse ohne dauerhafte Beeinträchtigung zu überstehen.
Viele Faktoren spielen hier eine Rolle, z. B.:
Der letzte Punkt ist spannend.
Wer eine Zeitreise erleben möchte, der möge «Nutrition and Physical Degeneration» von Weston Price lesen. Dort reiste der Zahnarzt Price um die Welt, um zu studieren, ob die noch relativ unberührten Völker dieser Erde genauso viel Karies bekommen wie wir im Westen. Wohlgemerkt: Vor 100 Jahren!
Was als eine Reise gedacht war, um Informationen zur Zahnheilkunde zu gewinnen, wurde quasi zur Reise in die Vergangenheit des Menschen. Denn Price entdeckte nicht nur, dass die Menschen in den verschiedensten Regionen und bei unterschiedlichster Ernährung drastisch weniger Karies hatten als wir.
Er fand auch eine allgemeine «Degeneration» vor, wenn Menschen von der ursprünglichen zur modernen Kost wechselten. Kurzum: Die Menschen wurden gebrechlich(er) und wehleidi(ger).
Wer zart besaitet ist, für den sind Prices Texte eher nichts. Denn damals war die Sprache noch eine andere: eindringlicher, direkter, ohne Vorbehalte und Eingrenzungen. Das kennen wir heute so nicht mehr.
Spiegelt sich in der Sprache vielleicht auch die körperliche und mentale Verfassung einer Gesellschaft wider? Spannender Gedanke. Denn: Auch wir hier scheinen immer gebrechlicher und wehleidi(ger) zu werden.
Das zeigt sich vor allem am stets zunehmenden Fearmongering. Panikmache. Heutzutage scheinen überall neue Bedrohungen zu lauern – schon mal aufgefallen? Ständig gibt es neue Gefahren, denen wir ausgesetzt zu sein scheinen. Sogar in Werbespots wird mittlerweile immer stärker darauf hingewiesen, sich bei Auslandsreisen unbedingt gegen sämtliche mögliche Erkrankungen impfen zu lassen.
Bessere Aufklärung und mehr Information oder mehr Informationsüberfluss und mehr Ängste?
Wir alle leben in verschiedenen Realitäten. Das weiss man sofort, wenn man einmal einen niedrigen Testosteronwert hatte und plötzlich wieder in Testosteron badet:
Gleiches gilt für eine Schilddrüsenunterfunktion. Das hat Funny van Dannen [Quelle nicht mehr verfügbar] ja schon vor 20 Jahren wunderbar auf den Punkt gebracht:
«Und immer die Unzufriedenheit, schlechte Laune, Schmerzen
Magen, Rücken, Leistengegend, sogar am Herzen
Ich dachte an Rinderwahnsinn, an Ganzjahresdepression
Doch die Blutwerte zeigten – Schilddrüsenunterfunktion»
Die anderen Strophen sind hörenswert und leider steckt in den Zeilen vermutlich mehr Wahrheit als vielen klar ist – auch mit Blick auf heutige Gesellschaftsphänomene.
Jedenfalls scheint uns die ureigene Robustheit von «nicht-domestizierten Menschen» stark abzugehen. Die haben eine Form von Schlitzohrigkeit, Cleverness und Unzerstörbarkeit, die wir heute so gar nicht mehr zu kennen scheinen.
Der ehemalige Wirtschaftsprofessor, «Evolutionary Fitness»-Erfinder und bald 86-jährige Art de Vany, beschreibt genau das in seinen Veröffentlichungen immer so:
«Es gibt einen Versuch, bei dem man eine Ratte an einen Draht hängt und schaut, wie lange sie sich festhalten kann. Die Laborratte plumpst nach kurzer Zeit zu Boden – die wilde Ratte zieht sich hoch und verschwindet.»
Resilienz.
Bei den Massai, ein indigenes Volk in Ostafrika, findet man Arteriosklerose, so stark wie «bei alten US-Männern».
Bei uns Grund für rund jeden zweiten Todesfall (Herzinfarkt usw.) – in ihren Arterien zeigen sich aber «sehr wenige komplizierte Läsionen» und eine kompensatorische Weitstellung der Arterien, so dass die Autoren schlussfolgern, dass «die Massai durch ihre körperliche Fitness vor Arteriosklerose geschützt sind».
Resilienz.
Bei den Tsimané im bolivianischen Urwald sind 70 % der Frauen mit dem Spulwurm infiziert – katastrophale Folgen? Fehlanzeige. Stattdessen sorgt diese Infektion für «eine erhöhte Fruchtbarkeitsrate und zu zwei zusätzlichen Kindern im Laufe des Lebens».
Auch das: eine Form der Resilienz.
Ist das jetzt ganz toll? Einen Parasiten im Darm zu haben und so? Nein, natürlich nicht. Aber jeder von uns wird irgendwann stärker oder schwächer mit dem Leben kollidieren, weil überhaupt zu leben genau das bedeutet: mit dem Leben in Kontakt kommen.
Es geht also nicht immer nur um (mögliche) Gefahren im Leben, also dort draussen im Ungewissen. Es geht also nicht immer nur um die heraufbeschworenen Folgen von Krankheit, Kriegen, Katastrophen, Infektionen. Es geht oft genug schlicht und ergreifend darum, wie der Körper als zweite Entität neben der Umwelt – was in Summe unseren Phänotyp bestimmt –, auf diese Ereignisse reagiert.
Dazu meint Weston Price in seinem Buch:
«Bei einer kritischen Untersuchung dieser Gruppen zeigte sich eine starke Immunität gegenüber vielen der bei uns verbreiteten schweren Krankheiten. Das galt jedoch nur, solange diese Volksgruppen ausreichend von der modernen Zivilisation abgeschirmt waren und weiterhin der Ernährungsweise folgen konnten, die sich durch das über die Zeit gewachsene Erfahrungswissen der jeweiligen Gruppen entwickelt hatte.»
Heisst, ein entscheidender Faktor, wenn es um die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) geht, scheint die Nahrung zu sein. Und hier zeigt sich, dass jede Volksgruppe eine Art traditionelle Kost hat, die sie gesund hält und ihr «eine starke Immunität» verleiht.
Vielleicht einfach, weil Nahrung entscheidend unsere Hormone beeinflusst. Siehe oben.
Ist das nicht ein herrliches Bild? Eine starke Immunität gegenüber vielen Wehwehchen und Leiden der Neuzeit.
Umgekehrt wird's einen schaudern, wenn man kurz darüber nachdenkt, wie es um die moderne Ernährung bestellt ist. Fehlende Resilienz als Gesellschaftsphänomen lässt sich zu grossen Teilen genau so begründen.
Und das ist eine ziemlich traurige Entwicklung.