
Vitamine
Neues Vitamin A entdeckt
Ein neu entdecktes Vitamin A könnte unsere Sicht auf Ernährung verändern. Lerne über die verschiedenen Vitamin-A-Formen und warum wir Pflanzen und Tiere essen sollten.

Vitamine
Ein neu entdecktes Vitamin A könnte unsere Sicht auf Ernährung verändern. Lerne über die verschiedenen Vitamin-A-Formen und warum wir Pflanzen und Tiere essen sollten.
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ss-Carotin (Provitamin A) ist sehr sicher keine geeignete Vitamin-A-Quelle für Menschen, insbesondere für Schwangere oder Frauen, die es werden möchten.
Das legen wir in unserem Artikel, „[Quelle nicht mehr verfügbar]", ausführlich dar. Ausserdem besprechen wir ebendort, warum Retinol – also Vitamin A – in herkömmlichen Dosen auch in der Frühschwangerschaft nicht gefährlich ist.
Hintergrund ist, dass sehr häufig vor dem Verzehr bzw. der Ergänzung von Vitamin A in der Schwangerschaft gewarnt wird! Fahrlässig, denn erstens ist die adäquate Versorgung bei vielen Frauen eben nicht selbstverständlich, und zweitens wirkt ein zu wenig an Vitamin A auch teratogen, also embryoschädigend.
Vitamin A ist allgemein ein sehr spannendes Thema. Denn es beherbergt mehr Komplexität und spannende Information als gemeinhin angenommen.
Für uns alle – und vor allem für den Embryo – ist Vitamin A deshalb so wichtig, weil es zu einem Hormon umgesetzt wird, die Retinsäure, die ihren eigenen Kernrezeptor hat. Ja, genau: Sie bindet an einen Rezeptor direkt an der DNA, reguliert dort wichtige Gene und somit wichtige physiologische Prozesse.
Dazu zählen Blutbildung (Erythropoese), Eisentransport, Myelinsynthese im ZNS, Wundheilung, Funktion der (Schleim-)Häute, Antikörperbildung und – wie angemerkt – die Embryogenese (Reifung der Muskulatur, des Nervensystems, Anlegen verschiedener Organe etc.).
All das geht vom s. g. Retinsäurenrezeptor (kurz: RAR) aus – und somit von Retinol (Vitamin A), das in Retinsäure umgesetzt wird. So weit, so gut.
Doch es gibt einen weiteren Rezeptor, den man mit einer Retinsäure ansprechen kann – nämlich den Retinoid-X-Rezeptor (kurz: RXR). Das interessiert uns, weil es genau dieser Rezeptor ist, mit dem sich der Vitamin-D-Rezeptor zusammenlagert, damit Vitamin D überhaupt wirken kann.
Daher haben wir all die Jahre darauf hingewiesen, dass Vitamin D auch Vitamin A zum Wirken braucht. Eigentlich richtig. Nur offenbar nicht vollständig genau – wieder einmal.
Wenn wir von Retinol sprechen, dann sprechen wir auch vom Vitamin A1. Das ist für uns essentiell, weil es den genannten RAR aktiviert. Was viele nicht wissen: Es gibt auch ein Vitamin A2, das z. B. in Lebertran enthalten ist und auch an den RAR binden kann.
Die Rede ist von Dehydro-Retinol. Wenn es mehrere Formen des gleichen Vitamins gibt, spricht man von Vitameren. Vitamin A2 ist so ein A-Vitamer, das die Funktionen von Vitamin A1 (Retinol) also teilweise übernehmen kann, eine ähnliche Bioaktivität hat.
Das war nicht alles. Im Tierreich kommen auch Vitamin A3 und Vitamin A4 vor. Die haben aber keine biologische Wirkung im Körper. Und dann kam…
Vitamin A5 – ganz neu. Das Wissen ist fünf Jahre alt. Denn [Quelle nicht mehr verfügbar], dass Vitamin A1, also Retinol, gar kein guter Ausgangsstoff für die Aktivierung der Retinoid-X-Rezeptoren ist, also jener Kernrezeptoren, die z. B. die Vitamin-D-Aktivität beeinflussen.
Stattdessen legten sie in einer Arbeit dar, dass 9-cis-ss-Carotin (9CBC) bzw. 9-cis-Retinol (9CROL) die Vorläufersubstanzen für ein Hormon sind, das eben jenen RXR aktiviert.
Das ist deshalb so entscheidend, weil hier offenbar ein neues Vitamin entdeckt wurde, denn die beiden Substanzen können vom Körper nicht selbst gebildet werden. Auch diese (Pro-)Vitamine finden sich im Essen – sowohl als Carotinoide in Pflanzen als auch in Vitamin-A-reichen tierischen Lebensmitteln.
Das wäre das erste neu entdeckte Vitamin seit Vitamin B12 in 1948.
Was wollen wir damit sagen? Du sollst essen. Pflanzen und Tiere. So wie das jeder Mensch vor uns bis vor wenigen Jahrzehnten tun musste, um nicht an Mangelerkrankungen zu sterben.
Heute haben wir den vermeintlichen Luxus, uns aussuchen zu dürfen, wie genau wir essen möchten. In der Realität erzeugt dies deshalb viele Probleme, weil Ernährung, genau wie alles andere im Leben, bei näherer Hinsicht enorm komplex ist.
Man kann sich also ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn einem jemand eine «gute Ernährung» anhand von ca. 40-50 bekannten essentiellen Nährstoffen ableiten will.
Die Wahrheit ist: Wir kennen höchstens einen Bruchteil der Bioaktivität unseres Essens. Es kann sein, dass es 60, 70, 80 Nährstoffe gibt, die eine noch nicht beschriebene Essentialität für uns Menschen haben, die wir also unbedingt brauchen, um gesund, fit, vital, psychisch stabil und körperlich robust zu sein und zu bleiben.
Also…
Daher: Essen. Bitte ein Mix aus Tier und Pflanze. Es muss nicht viel sein. Bei jeder anderen Kostform laufen wir Gefahr, uns zu spekulieren und uns wörtlich krank zu essen.