
Toxikologie
Kaffee ist pures Gift
Kaffee enthält über 1000 Stoffe, 70% davon potenziell karzinogen. Doch unsere Leber entschärft diese Giftstoffe durch Hormesis – einen Prozess, der unsere Zellen sogar stimuliert.

Toxikologie
Kaffee enthält über 1000 Stoffe, 70% davon potenziell karzinogen. Doch unsere Leber entschärft diese Giftstoffe durch Hormesis – einen Prozess, der unsere Zellen sogar stimuliert.
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Ja, wir bei edubily pflegen bekanntermaßen ein ambivalentes Verhältnis zu Kaffee. Das heißt: Wem schmeckt Kaffee nicht? Wem verleiht Kaffee akut keine Flügel? Kennen wir alles.
Wir kennen aber auch die Schattenseiten. Die haben wir mehr als differenziert und ausführlich auf unseren Plattformen dargelegt, erst vor kurzem hier nochmal.
Ganz besonders problematisch ist Kaffee für diejenigen, die sich um ihre Methylierung bemühen. Die Methylierung reguliert nicht nur unsere Genaktivität (z. B. Krebs-Gene an/aus), sondern auch die Bildung wichtigster Stoffe (z. B. Carnitin, Kreatin), sodass in Studien immer wieder gezeigt wird, wie wichtig eine gute Methylierung für unseren Energiestoffwechsel ist.
Problematisch: In eindrucksvollen Studien wurde gezeigt, dass Kaffee die Methylierung hemmt. Gezeigt an einem der berühmtesten Tiermodelle für «Methylierungs-Mangel», den sogenannten Agouti-Mäusen. Interessant? Mehr dazu findest du in diesem Artikel von uns.
Bruce Ames weiß was über Gifte
Doch um Kaffee geht es heute gar nicht. Jedenfalls nicht so…
Es geht vielmehr um einen der berühmtesten Biochemiker unserer Zeit, Bruce Ames, seines Zeichens bald ein Centenarian, also ein 100-Jähriger. Hat also neben einer sicher guten Genetik auch einiges richtig gemacht über seine doch sehr lange Lebensspanne.
Jedenfalls war er mal Chef-Toxikologe der US-Amerikaner. Von ihm stammt auch der berühmte Ames-Test. Arme Bakterien werden hierbei mit Chemikalien beträufelt und dann guckt man sich auf Gen-Ebene an, wie stark sich die Bakterien-DNA verändert.
Ein hohes Maß an Veränderung, man spricht von Mutagenität, ist nicht gut. Denn das erhöht in uns zum Beispiel das Krebsrisiko. Doch was hat das mit dem Kaffee zu tun?
Kaffee ist krebserregend – oder…?
In einem berühmten Vortrag, der ähnlich sarkastisch gehalten war wie unser Vortragsstil klassischerweise (;-), plauderte Ames aus dem Nähkästchen. Er und sein Team haben nämlich Tausende Stoffe auf Mutagenität getestet.
Und finden prompt: Nahezu die Hälfte aller Stoffe, mit denen wir als Mensch täglich in Kontakt kommen, sind potenziell krebserregend. Oh! Dabei spielt es gar keine Rolle, ob es «natürliche» oder menschengemachte Stoffe sind. Oh!
Ganz besonders schlecht schnitt Kaffee ab. Röstkaffee enthält weit über 1000 Stoffe – 70 % davon wirken potenziell karzinogen. Tatsächlich liefert eine einzige Tasse Kaffee die gleiche Menge an Giftstoffen wie eine Jahres-Pestizidladung. Zur damaligen Zeit (schätzungsweise vor 20 Jahren).
Doch warum sollte uns das alles nicht beunruhigen? Wieso ist – vermutlich – noch nie jemand aufgrund seines immensen Kaffeekonsums an Krebs erkrankt?
Weil wir keine Bakterien sind. Uns schützt vor allem eine Leber. Sie nimmt die vermeintlichen Giftstoffe auf und entschärft sie ganz einfach. Das, was dann noch in den Blutkreislauf gelangt, ist nicht mehr krankmachend, sondern im Gegenteil, gesundheitsfördernd.
Dieses Prinzip nennt sich Hormesis – kleine Mengen an «Giften» stimulieren die Gesundheit der Zellen.
Entgiften ist keine «Belastung», sondern ganz normal
Daher geht es in diesem Newsletter gar nicht wirklich um Kaffee. Sondern darum, dass uns mehr und mehr die realistischen Einschätzungen über unsere Umwelt abhandenkommen. Wie ein völlig verrücktspielendes, und gegen alles schießendes Immunsystem, sehen auch wir Modernen heute überall «böse Gifte».
Bruce Ames konnte darüber nur müde lächeln. Dieses «Scaremongering» (Panikmache) hilft dir nicht weiter und unsere laienhaften Einschätzungen liegen oft meilenweit daneben.
Zum Thema Fukushima meinte Ames damals beispielsweise: Leute sollten sich nicht darum kümmern, sondern darum, den oft breitflächigen Folatmangel zu bekämpfen. Ein Folsäure- bzw. Folatmangel macht nämlich echte DNA-Doppelstrangbrüche und wirkt so wie eine starke Strahlendosis.
Halten wir fest: «Natürliche Stoffe» sind nicht per se harmloser als klassische Fabrikgifte. Und die Natur hat uns aus genau diesem Grund u. a. eine Leber und zwei Nieren mitgegeben. Nicht, um sie nie zu «belasten».
Wir bleiben trotzdem beim Tee.
(Die Basis dieses Newsletters war dieser Blog-Beitrag von uns.)