
Lebergesundheit
Gesündere Leber in 6 Wochen
Eine neue Studie zeigt, wie glutenfreie Ernährung über sechs Wochen die Leber von Fettleber-Patienten signifikant verbessert – vergleichbar mit Sportprogrammen oder Medikamenten.

Lebergesundheit
Eine neue Studie zeigt, wie glutenfreie Ernährung über sechs Wochen die Leber von Fettleber-Patienten signifikant verbessert – vergleichbar mit Sportprogrammen oder Medikamenten.
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«In 6 Wochen Leberfett loswerden und Stoffwechsel boosten!» – zugegeben, das klingt, als wolltest du eine völlig überteuerte Detox-Kur aus einem Pyramidensystem kaufen. Aber keine Sorge – wir möchten dir in diesem Beitrag nur eine äusserst spannende Studie vorstellen ;) Die hat nämlich genau das gezeigt!
Früher war sie bekannt unter dem Akronym NAFLD (Non-Alcoholic Fatty Liver Disease), seit 2023 wird sie in Fachkreisen als MASLD (Metabolic Dysfunction-associated Steatotic Liver Disease) bezeichnet: Die gute alte Fettleber. Hervorgerufen, wie der alte Name verrät, nicht etwa durch exzessiven Alkoholkonsum, sondern durch einen gestörten Stoffwechsel, wie aus dem neuen Namen MASLD klar hervorgeht.
Von einer Fettleber spricht man, wenn mehr als 5 % der Leberzellen zu viel Fett eingelagert haben. Das betrifft mittlerweile einen signifikanten Teil der Bevölkerung – auch in der Schweiz sind viele Menschen von MASLD betroffen, Tendenz steigend. Selbst vor Kindern macht die Fettleber heutzutage keinen Halt mehr. Immer mehr Kinder und Jugendliche sind von Übergewicht betroffen, davon wiederum weist ein Drittel bereits eine Fettleber auf (Quelle). Dabei ist MASLD grösstenteils durch Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Bewegung beeinflussbar. Durch die richtigen Massnahmen könnten die meisten Erkrankungen verhindert oder zumindest verbessert oder rückgängig gemacht werden.
Laut Professor Schuppan und seinem Team einiges! Sie forschen schon seit Jahren an Zöliakie sowie Leber- und Dünndarmerkrankungen.
Eine neue klinische Studie von Schuppan und Co. aus dem Jahr 2024 untersuchte die Auswirkungen einer kurzfristigen glutenfreien Ernährung auf die durch metabolische Dysfunktion hervorgerufene Fettleber (Quelle). Dabei ging es primär aber nicht um den Wegfall von Gluten, sondern der in Weizen vorkommenden ATIs (Amylase-Trypsin-Inhibitoren), die bereits in Tierversuchen zu Entzündungen und dem Fortschreiten der Fettleber führten.
Diese Proteine dienen der Pflanze als Schutz vor Schädlingen und sind im menschlichen Verdauungstrakt weitgehend resistent gegen den Abbau. Sie können dort Rezeptoren des Immunsystems, die sogenannten TLR4-Rezeptoren, stimulieren, was zu einer entzündlichen Immunreaktion führt. Zudem scheinen ATIs das Mikrobiom in Richtung eines entzündungsfördernden Milieus zu verändern (Quelle).
Entzündungen wiederum fördern Insulinresistenz und Insulinresistenz begünstigt Lebererkrankungen wie MASLD. Ein Teufelskreis entsteht.
Die Probanden der Studie, die allesamt eine Fettleber aufwiesen, sollten nun also für 6 Wochen auf glutenhaltiges Getreide verzichten.
Die Ergebnisse nach dieser kurzen Zeit waren erstaunlich: Die glutenfreie (= ATI-freie) Ernährung führte zu signifikanten Verbesserungen der Leber- und Stoffwechselparameter sowie der von den Patienten berichteten Symptome.
Nicht nur verloren die Probanden signifikante Mengen an Leberfett, gemessen durch Ultraschalluntersuchungen, sondern zeigten auch einen leichten Rückgang des BMI sowie eine Verbesserung des HOMA-Index, einem Marker für den Grad der Insulinresistenz. Verantwortlich für diese positiven Veränderungen ist laut den Forschern vermutlich die durch den ATI-Verzicht reduzierte Aktivierung des Immunsystems im Darm (= weniger Entzündung).
Wer an Insulinresistenz oder bereits an einer Fettleber leidet, könnte doch mal über das Weglassen oder zumindest über eine Reduktion von Getreide nachdenken. Im Gegensatz zur Zöliakie, bei der auch kleinste Mengen zu einer Reaktion führen können, ist der Effekt der ATIs dosisabhängig. Das heisst, auch schon eine Reduktion von ATIs kann einen sehr förderlichen Effekt haben!
Übrigens: Die Grössenordnung der Ergebnisse in der Studie war vergleichbar mit einigen anderen sehr nützlichen Interventionen wie z. B. Sport oder sogar Medikamente!