
Hormongesundheit
Das bösse Testosteron
Testosteron ist nicht das Bösse – es ist essentiell für Leistung, Motivation und Gesundheit. Warum sinkende Testosteronwerte ein unterschätztes gesellschaftliches Problem darstellen.

Hormongesundheit
Testosteron ist nicht das Bösse – es ist essentiell für Leistung, Motivation und Gesundheit. Warum sinkende Testosteronwerte ein unterschätztes gesellschaftliches Problem darstellen.
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-- Die Inhalte dieses Newsletters gelten auch für Frauen! Auch die haben Testosteron --
Testosteron steht in unserer Gesellschaft mittlerweile für das Bösse.
Klar: Damit assoziiert sind grosse, schnelle Autos und Fleischkonsum («Umweltverschmutzung!»), Machos («Frauenfeindlichkeit!»), robustes Auftreten («Autoritär!»), Macht und Wettkampf («Unterdrückung!») und psychische Widerstandsfähigkeit («Empathielos!»). Kurzum, wenn du einen Feind brauchst, dann ist es gewiss der «alte weisse Mann» in Führungsposition, der mit dem letzten Krümel Testosteron die Inkarnation des Bössen verkörpert.
Dabei ist Testosteron gar kein Hormon, das Menschen bösse oder schlechter macht. Im Gegenteil. Testosteron ist sicher the driving force für jeden gesellschaftlichen Fortschritt, weil es auf physiologischer Ebene aktives Vorangehen überhaupt erst ermöglicht, z. B. indem es massiven Einfluss auf Dopamin im Hirn hat. Heisst, wer zu wenig Testosteron hat, der hat wörtlich keinen Bock aufs Leben, keinen Bock auf Wettkampf (= Voraussetzung für Entwicklung!) und fragt sich stattdessen jeden Tag, wie er seinen Weltschmerz in den Griff bekommen soll.
Gut ausgedrückt hat das ein Leser von uns, der offenbar im Zuge einer Ernährungsumstellung (weg vom Veganismus) einen Testosteronboost erfahren hat. Ganz schlicht und ergreifend schreibt er:
Man ist kein Mann mehr. Man fühlt sich, trotz dass man gesund aussieht, wie ne schlappe Nudel. Beim Krafttraining ging's nicht weiter und (partnerschaftliche) Pflichten werden wirklich als Pflichten wahrgenommen und nicht als: «Geil, lets go!»
Verstanden? Ohne Testosteron blickt man nur noch von unten nach oben, statt von oben nach unten. Ganz bösse ausgedrückt, wird man vom «Täter» zum Opfer. Bei Wikipedia fällt dazu ein Satz ins Auge: Als verhaltensbiologische Wirkungen bei Tieren wurden Imponierverhalten, Kampfverhalten, Balz sowie Begattungsdrang erforscht und beobachtet. Dies wurde u. a. durch Kastration und anschließende Hormonzufuhr an Tieren – aggressive Hengste werden zu sanften, angepassten Wallachen – bewiesen.
Glücklicherweise sind wir Menschen und keine Pferde oder andere Tiere. Aber wer will schon ein sanfter, angepasster Wallach sein? Studien zeigen, dass die Testosteron-Werte seit vielen Jahrzehnten stetig sinken, einer Studie aus 2007 zufolge um 1 % jährlich. Eine neue US-Studie aus 2021 misst bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen Abfall des Testosteronmedians um 30 % in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Die Spermienzahl hat sich in den vergangenen 40 Jahren halbiert – Geschlechtsorgane weisen immer öfter Fehlbildungen auf. Forscher, die so etwas herausfinden, rufen uns eindringlich «We need to change!» zu.
Der Anthropologe Peter McAllister bezeichnete den modernen Mann in seinem Buch Manthropology (2012) als «the sorriest cohort of masculine Homo sapiens to ever walk the planet». Fakt ist, keiner weiss so recht, wieso es zu einem solch dramatischen Abfall der Männlichkeit kommt. Ein SPIEGEL-Artikel aus 1994 sprach im Zusammenhang mit zunehmender Umweltverpestung durch östrogenartig wirkenden Umweltsubstanzen von einem «Ozean von Hormonen» und beschreibt u. a. «impotente Panther, transsexuelle Fische, Alligatoren mit verkümmertem Penis» in der Tierwelt. Ist das der Grund? Wir wissen es nicht.
Neben der enormen Wirkung von Testosteron auf die Psyche von Menschen, zeigen sich auch starke physiologische Wirkungen von Testosteron auf sämtliche Organsysteme:
Testosteron hat viele weitere Effekte. Kurzum: Testosteron ist doch kein Spielzeug, das man hat oder eben nicht. Die Effekte dieses Hormons sind auf individueller, aber auch gesellschaftlicher Basis so enorm, dass man wirklich mal darüber reflektieren sollte, was so ein kollektiver Testosteronabfall für die Gesellschaft eigentlich bedeutet. Ganz gewiss ist es nichts, auf das man stolz sein könnte. Und ganz gewiss ist das kein Zeichen von gesellschaftlichem Fortschritt, wenn man ein Land voller kastrierter Hengste hat – wobei das ja ohnehin verkürzt wäre, da auch Frauen dieses Hormon brauchen und ähnlich profitieren. Wieder was gelernt, nicht wahr?
Ja, diese Zeilen waren möglicherweise etwas zu schroff für das eine oder andere Gemüt. Aber die Tatsachen müssen doch mal ausgesprochen werden. Es ist schlicht und ergreifend die Wahrheit. Und diese Wahrheit ist furchteinflössend.
We need to change! Wir müssen uns ändern. Jetzt sofort.
Was das real bedeutet, darüber kann man sicher Bücher schreiben. Ups, schon mehrfach geschehen. Vielleicht nochmal nachlesen, im «Gesundheit optimieren, Leistungsfähigkeit steigern». Denn solange wird dieses Buch in dieser Form und bei diesem Verlag nicht mehr existieren.