Wer bei Instagram fleissig mitliest (@edubily), wird gesehen haben, dass wir aufgrund einer «Sonnenblumen-Knappheit» das Sonnenblumen-Lecithin im Whey-Protein in den nächsten Monaten möglicherweise eine Zeit lang durch Soja-Lecithin ersetzen werden. Jedenfalls haben wir unsere Follower gefragt, was sie prinzipiell davon halten, denn es gibt bei einigen Menschen durchaus Vorbehalte gegenüber Soja. Teils begründet, meistens unbegründet. Mit Blick auf die Qualität würde sich im Endeffekt nichts ändern.
Die gute Nachricht: Nur die wenigsten hätten prinzipiell etwas dagegen. Du kannst uns deine Meinung diesbezüglich gerne als Antwort-Mail zukommen lassen. Lecithin nutzen wir im Whey, um es zu instantisieren und eine perfekte Löslichkeit hinzubekommen. Der nette Zusatzeffekt ist, dass Lecithine – Phospholipide – Hauptbestandteil unserer Zellmembranen ist, weshalb wir unseren Zellen und unserem Gehirn etwas Gutes tun, wenn wir Lecithine zuführen.
Was wir eigentlich sagen wollen: Die Welt spielt verrückt. Wir können selbst nicht immer genau nachvollziehen, woher Produktknappheiten tatsächlich kommen oder was die Verfügbarkeit beeinflusst. Nächstes Beispiel: Dieses Premium-Whey aus Irland, das wir selbst wirklich vergöttern, weil es von solch einer herausragenden Qualität ist, wurde soeben quasi doppelt so teuer im Einkauf. Einfach so, weil die Lagerhallen alle leergefegt sind. Wer sich also wundert, warum unser Whey plötzlich 5 Franken teurer wurde, der weiss nun Bescheid. Wohlgemerkt, das ist schon eine gewisse Schmerzgrenze für uns, da das Whey ohnehin teuer im Einkauf ist, aber niemand gerne Whey für 50, 60 Franken pro Kilo kaufen möchte. Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Wenigstens ist der beliebte Vanille-Geschmack, genau wie unser Multi im Shop und bei Amazon seit Wochen endlich wieder verfügbar.
Wir könnten jetzt einige weitere Beispiele nennen. Wie wär's mit Kreatin? Auch das ist seit Monaten knapp auf der ganzen Welt. Egal ob aus Europa oder Fernost. Ausgang ungewiss. Generell hast du vielleicht gemerkt, dass wir teilweise sehr lange auf Produktlieferungen warten müssen. Auch das ist etwas, was sich jetzt seit geraumer Zeit so darstellt für uns. Liefertermine werden wöchentlich verschoben, so dass wir selbst keine Aussage treffen können, wann ein Produkt wieder auf Lager sein wird.
Da wir seit bald 10 Jahren im Bereich Nahrungsergänzungsmittel dabei sind, kennen wir die Branche und aktuelle Entwicklungen ein wenig. Und umso verwunderter ist man, wenn Firmen – vor dem Hintergrund dieser Lage und vor dem Hintergrund der ohnehin völlig verkorksten Produzenten-Landschaft – plötzlich mit «regionalem Bio-Kollagen» um die Ecke kommen. Wer soll sowas noch glauben? Die Branche wird – analog zur Weltpolitik – immer verrückter. Ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht.
Einige Firmen stellen ihre stinknormalen Cellulose-Kapseln so dar als ob es sich hierbei um den ultimativen, exklusiven veganen Superfood-Stoff handelt. Nebenbei ruft man sein eigenes Clean-Label ins Leben – mittlerweile sieht man immer häufiger, dass Firmen bzw. NEM-Anbieter sich nicht mehr extern evaluieren und bewerten lassen. Sie geben sich einfach ihr eigenes Qualitätslabel – genial, weil viel Geld gespart, schlecht für den Kunden. Freilich sind die Zutaten dieser Produkte dann nicht selten auch noch «handverlesen» in «herausragender Qualität» aus «Okinawa». Oder so ähnlich. Wie soll sowas heutzutage noch möglich sein?
Ein analoges Beispiel ist der aktuelle Betrugs-Vorwurf um Musiker und Youtuber Fynn Kliemann. Sieht ein bisschen so aus wie der nette Öko-Typ aus dem urbanen Szenequartier. Die langjährige Erfahrung zeigt: Bei solchen Leuten muss man noch genauer hinschauen. Denn diejenigen, die sich häufig als besonders «grün, nachhaltig und menschenfreundlich» darstellen, sind nicht selten die schlimmsten Business-Misanthropen und sehr raffiniert. Es wird geheuchelt und gelogen – der Kunde glaubt's und wird am Ende mit mangelhafter Qualität zu überteuerten Preisen abgestraft. Und dabei glaubt er, er habe etwas Gutes getan. Für dieses Vorgehen gibt es ja mittlerweile einen Fachbegriff, nennt sich Greenwashing.
Wichtiger Einschub: Alles hat seine Grenzen. NEM-Kunden dürfen nicht an die Utopie glauben. Es gibt keine perfekten Produkte und keine perfekten Bedingungen. Wer Leuten irgendwas «Ökologisches» aus dem indischen Hinterland verkaufen will – natürlich, weil der Rohstoff nur von dort irgendwie toll ist –, bewegt sich im Grenzbereich einer Lüge. Denn selbst wenn diese Betriebe Bio- oder ähnlich-zertifiziert wären, würde das doch keineswegs bedeuten, dass die Qualitätsstandards hoch wären oder die Bauern vor Ort in irgendeiner Weise ordentlich leben würden. Der Kunde muss endlich wissen, dass es Grenzen mit Blick auf die Ideal-Vorstellung eines Produktes bzw. seiner Herkunft und seiner Produktion gibt.
Wir sind sicher nicht fehlerfrei und so manch einer beschwert sich über unsere Ecken und Kanten, meint, wir würden uns manchmal in der Wortwahl vergreifen. Das mag sein, aber eins sind wir gewiss: Ehrlich! Genau wie auf der Welt und in der Gesellschaft, schwelt es in unserem so geliebten Bereich der Nahrungsergänzung und Lebensstiloptimierung massiv – und zwar seit geraumer Zeit. Warum schreiben wir diesen Newsletter überhaupt? Es ist kein Witz: Wir müssen aufwachen. Wir müssen realistischer auf der einen Seite werden – und auf der anderen Seite müssen wir manchmal viel genauer hinsehen.
Glücklicherweise wird das vielen Menschen immer bewusster.