
Vitamine
Mit Folat, B12 und B6 die Mitochondrien pimpen
B-Vitamine spielen eine Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung gesunder Mitochondrien – und damit bei der Vorbeugung von Alterserkrankungen.

Vitamine
B-Vitamine spielen eine Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung gesunder Mitochondrien – und damit bei der Vorbeugung von Alterserkrankungen.
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Es gibt sensationelle Neuigkeiten. Okay, was heisst Neuigkeiten? edubily-Leser wissen seit Jahren:
Die Funktion der Mitochondrien kann eine wichtige Rolle bei schweren Krankheiten spielen
Also, die Rede wäre von Herzkreislauferkrankungen, Neurodegeneration und so weiter. Wundert nicht, denn: Viele, vielleicht alle Erkrankungen haben einen gemeinsamen Nenner in der Dysfunktion des Energiestoffwechsels der Zelle. Heisst: Kleinste Zellkraftwerke, die Mitochondrien, arbeiten nicht mehr richtig.
Der Fachausdruck dafür ist mitochondriale Dysfunktion. Mit zunehmendem Alter trifft das quasi jeden von uns. So ab 35 ist schätzungsweise mindestens die Hälfte der Bevölkerung betroffen. Denn das erkennt man daran, dass eben schätzungweise die Hälfte der Erwachsenen in westlichen Ländern leichte, mittel oder schwere Insulinresistenz haben.
Kenner wissen: Insulinresistenz ist ganz sicher Ausdruck einer mitochondrialen Dysfunktion unseres grössten Energieverbrauchers, dem Muskel. Umgekehrt weiss man lange, dass viele «Naturvölker» unsere Zivilisationserkrankungen nicht kennen. Hintergrund natürlich auch, dass sie eben zeitlebens fitte Mitochondrien haben. Unser Buch handelt genau davon.
Wie dem auch sei: Das oben war tatsächlich eine Überschrift aus einem Artikel eines Wissenschaftsmagazins. In diesem Artikel wurde nämlich über eine gerade in der renommierten Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie gesprochen. Und die hat es in sich. Dort wird nämlich ein wesentlicher Grund genannt, warum Mitochondrien vor allem mit zunehmendem Lebensalter nicht mehr ordentlich arbeiten.
Hören wir mal rein:
Frühere Studien haben gezeigt, dass sowohl SAM als auch der zelluläre Energielevel während des Alterns sinken. Unsere Studie legt eine Verbindung zwischen diesen beiden Wegen nahe, indem sie zeigt, dass niedrige SAM-Spiegel die mitochondriale Energieproduktion beeinflussen können.
Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die mitochondriale Funktion empfindlich auf die Aktivität des Ein-Kohlenstoff-Zyklus reagiert und von ausreichenden SAM-Spiegeln profitiert.
Okay, das klingt kompliziert. Es geht um die sogenannte Methylierung. Kenner wissen: Die Methylierung von beispielsweise Zielgenen spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Zellgesundheit. Methyliert wird mit dem ultimativen Methylgruppen-Spender SAM (S-Adenosylmethionin) – und davon ist die Rede.
Damit immer genug SAM gebildet werden kann, braucht es ausreichend hohe Mengen der Aminosäure Methionin. Doch das ist nicht alles: Der oben auch genannte Ein-Kohlenstoff-Zyklus (engl. one-carbon metabolism) besteht im Wesentlichen aus dem Folat- und dem Methionin-Zyklus. Der Folat-Zyklus wird von uns wiederum mit B12, B6 und Folat gespeist.
Für eine gute Methylierung brauchen wir also mindestens eine gute Versorgung mit:
Kommen wir nochmal zur Studie zurück. Die Forscher fanden nun heraus, dass diese Methylierung eine massgebliche Rolle bei der Aufrechterhaltung der Mitochondrien-Gesundheit spielt. Warum? Das schreiben die Autoren auch:
Upsi. Einfach nur, weil nicht ordentlich methyliert wird. Übrigens: Wie gut man selbst methyliert, lässt sich sogar teilweise an Blutparametern ablesen. Denn wer nicht ordentlich methyliert, bei dem steigt ein «Abfallprodukt» im Blut an, das s. g. Homocystein. Das ist leider ein Gefässgift. Insofern macht Methylgruppen-Mangel nicht nur mitochondriale Dysfunktion, sondern auch noch die Gefässe kaputt.
Da der Ein-Kohlenstoff-Zyklus wie bereits erwähnt strikt beispielsweise von der Methionin bzw. B12-Versorgung abhängt, zeigten Studien, die es vor allem aus den 2000ern gibt, immer wieder, dass speziell Veganer leider oft zu hohe Homocystein-Werte haben. Anzunehmen ist, dass die Aufklärung in dieser Richtung dafür gesorgt hat, dass vegan lebende Menschen heute besser mit z. B. B12 versorgt sind.
Trotzdem ist das für jeden ein Thema. In Studien zeigt sich immer wieder, dass ein Grossteil der Menschen zu hohe Homocystein-Werte hat und daher sehr sicher zu schlecht methyliert. Folgen wurden hier nun ausgiebig beschrieben. Übrigens ist genau das ein Grund, warum wir ein gutes Multi empfehlen. Die besonders bioverfügbaren B12-, B6- und Folat-Formen darin versorgen jeden Menschen nahezu optimal mit diesen Verbindungen.
«Unsere Studie hat einen Hinweis darauf gegeben, dass einige Modifikationen durch die Ernährung moduliert werden können, aber wir müssen weiter untersuchen, ob wir den pathologischen Prozess zum Positiven verändern können», sagt Anna Wredenberg. «Bisher haben wir nur die Proteinveränderungen betrachtet, aber auch andere Moleküle können durch das intra-mitochondriale SAM modifiziert werden. Wir müssen diese Modifikationen untersuchen, um ein besseres Verständnis der Rolle zu bekommen, die es spielt.»
So so. Weiter untersuchen. In der Zwischenzeit handeln wir schon mal und sorgen für eine ausreichende Zufuhr mit den hier genannten Stoffen.