
Histaminintoleranz
Histamin: Licht ins Dunkel / Teil 1
Histaminintoleranz wird in sozialen Medien vielfach diskutiert. Lerne, wie Histamin in deinen Körper gelangt, wie dein Körper es verarbeitet und warum Unverträglichkeitsreaktionen entstehen.

Histaminintoleranz
Histaminintoleranz wird in sozialen Medien vielfach diskutiert. Lerne, wie Histamin in deinen Körper gelangt, wie dein Körper es verarbeitet und warum Unverträglichkeitsreaktionen entstehen.
Line items
Social Media wird gerade vom Thema Histaminintoleranz geflutet, und uns erreichen regelmässig Fragen dazu von euch. Deshalb widmen wir uns heute mal diesem nachgefragten Thema.
Da es zu diesem Thema einiges zu erklären gibt, bekommt ihr heute Teil 1 der Histamin-Thematik serviert, und nächsten Sonntag geht es weiter mit Teil 2.
Heute klären wir, was Histamin eigentlich ist, wie es in den Körper kommt und was es dort auslöst.
Ein kleiner Basis-Kurs
Histamin ist ein biogenes Amin der Aminosäure Histidin und der wichtigste bekannte Allergie-Mediator in unserem Körper. Andere biogene Amine sind zum Beispiel Serotonin oder Melatonin.
Du hast auf der Verpackung deiner Heuschnupfentabletten vielleicht schon mal das Wort Antihistaminikum gelesen – aber Moment, die sind doch gegen deinen Heuschnupfen und nicht gegen eine Histaminintoleranz?
Das stimmt, aber ein Antihistaminikum hilft bei beiden Problemen, denn wie eben erwähnt ist Histamin ein Allergie-Mediator, also auch der Grund für deine laufende Nase im Frühling.
Bevor diese Reaktionen stattfinden können, muss erstmal Histamin ins Blut gelangen, und dafür gibt es drei verschiedene Wege:
Histamin wird vor allem in Immunzellen, wie den Mastzellen, gespeichert. Atmen wir nun beispielsweise Pollenallergene ein und unser Körper bewertet diese als Bedrohung, werden von bestimmten Immunzellen Antikörper gebildet, die wiederum an die Mastzellen binden. Die Folge ist die Ausschüttung von Histamin.
Durch die Ausschüttung des Histamins werden im Körper bzw. in den Geweben verschiedene Reaktionen ausgelöst. Dazu gehören: Weitung der Blutgefässe, was sich in Rötungen oder Juckreiz der Haut äussern kann, sowie die Ausschüttung von anderen Neurotransmittern, aber auch eine erhöhte Magensäureproduktion.
Histamin ist also permanent in unserem Körper anwesend und normalerweise macht es uns keine grossen Probleme, wenn unser Immunsystem Fremdstoffe richtig bewertet und keine harmlosen Stoffe als Bedrohung abspeichert. Merke: Histaminreiche Lebensmittel sind keine schlechten oder unnatürlichen Lebensmittel!
Aber warum reagieren wir jetzt plötzlich so empfindlich auf das Histamin?
Dafür müssen wir noch verstehen, wie unser Körper Histamin verarbeitet. Es gibt nämlich ein System, um Histamin aus dem Körper zu schleusen, wenn die Menge zu hoch wird: zwei spaltende Enzyme – die Diaminoxidase (kurz: DAO) und Histamin-N-Methyl-transferase (kurz: HNMT).
Wenn es zu einer Unverträglichkeitsreaktion kommt, dann ist der Grund dafür ein Missverhältnis zwischen Histamin und der Aktivität dieser beiden Abbauenzyme. Das heisst: Wir nehmen entweder zu viel Histamin auf bzw. produzieren zu viel oder die spaltenden Enzyme arbeiten nicht richtig und wir können das Histamin nicht ausreichend abbauen und ausscheiden.
Wenn wir nun zu viel Histamin aus unserem Magen-Darm-Trakt ins Blut aufnehmen, kann es unter anderem zu folgenden Symptomen kommen: Magen-Darm-Beschwerden; Symptome an der Haut wie Hautrötungen und Juckreiz, Atemprobleme oder Kreislaufprobleme durch Blutdruckabfall oder Schwindel.
Mit diesem Wissen hast du jetzt vielleicht schon ein Verständnis dafür, dass Produktion und Abbau von Histamin ein komplexer Vorgang sind und du verstehst, wie es zu Problemen bei diesem Ablauf kommen kann.
Leidest du vielleicht auch selbst unter einem der genannten Symptome? Dann lies unbedingt auch nächste Woche Teil 2 des Histamin-Newsletters, denn da bekommst du genauere Einblicke, in welchen Lebensmitteln Histamin zu finden ist, welche weiteren Faktoren bei einer Intoleranz zu beachten sind und wie du damit umgehen kannst.