
Protein
Die Heilige Kuh der Proteine
Whey-Protein ist eines der hochwertigsten Proteine überhaupt und bietet weitaus mehr als nur Aminosäuren. Von Lactoferrin bis Glutathion – die biologische Aktivität dieser Molke ist bemerkenswert.

Protein
Whey-Protein ist eines der hochwertigsten Proteine überhaupt und bietet weitaus mehr als nur Aminosäuren. Von Lactoferrin bis Glutathion – die biologische Aktivität dieser Molke ist bemerkenswert.
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Whey-Protein ist die heilige Kuh unter den Proteinen. Zusammen mit Casein macht es den Hauptbestandteil der Kuhmilchproteine aus. Die Muttermilch – Milch vom Menschen – enthält sogar weitaus mehr Whey als Casein. Im Folgenden sprechen wir natürlich in erster Linie vom Kuhmilch-Whey.
Whey (engl.) bedeutet Molke. Whey-Protein ist also ein Protein, das aus der Molke gewonnen wird. Nach dem modernsten Verfahren zur Bestimmung der Wertigkeit für den Menschen, gehört Whey-Protein __zu den hochwertigsten Proteinen __überhaupt.
Es enthält nämlich zum einen alle essenziellen Aminosäuren und zum anderen zeigt es eine sehr hohe Verdaubarkeit. Aus diesen zwei Eigenschaften eines Proteins errechnet sich der PDCAAS-Score, Goldstandard zur Erfassung der Wertigkeit von Proteinen.
Whey ist aber eben nicht nur ein Protein. Es ist ein ausgeklügeltes Proteinsystem, das dazu dienen soll, dem Neugeborenen den bestmöglichen Start ins Leben zu erlauben. Deshalb packt die Natur viele besondere Proteinfraktionen ins Whey.
Whey ist also nicht ein Protein, es ist ein Proteingemisch, das man unter dem Oberbegriff Whey zusammenfasst. Die Forschung zeigt, dass dieses Proteingemisch, gewonnen aus der Milch, eine unvergleichliche biologische Aktivität besitzt.
Beispiel: 0,5–2 % des Whey-Proteins besteht aus Lactoferrin. Lactoferrin kommt natürlicherweise auch in Muttermilch vor, aber auch in diversen Körpersekreten des Menschen. Es ist eines der berühmtesten antimikrobiellen Proteine des Körpers.
Lactoferrin klaut Erregern Eisen und hemmt so ihren Stoffwechsel. Es verfügt aber auch über die Fähigkeit, Pathogenbestandteile – etwa Zellwände – einfach aufzulösen. Ausserdem stimuliert Lactoferrin direkt die Immunabwehr des Menschen.
Es hat schon in kleinsten Mengen eine erhebliche biologische Aktivität – die Mengen im Whey (ca. 100–500 mg pro Portion) reichen schon aus, um Whey zum funktionellen Lactoferrin-Lieferanten zu machen.
Whey ist ausserdem besonders reich an der Aminosäure Cystein. Die gilt als bildungslimitierend für Glutathion, das wichtigste körpereigene Antioxidans und „Entgiftungsmittel". Genau deshalb erhöht Whey in Studien zuverlässig die Glutathionspiegel in den Zellen.
Ausnahme: Krebszellen. Seit Jahren zeigt sich in Studien, dass Whey-Protein Krebszellen selektiv Glutathion entzieht. Auch Krebszellen nutzen Glutathion nämlich gerne, um sich vor äusseren Angriffen – etwa Krebstherapie – zu schützen. Forscher folgern:
«Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Supplementierung mit Whey den Glutathionspiegel im Tumor selektiv senken kann und daher eine vielversprechende Strategie zur Überwindung von Behandlungsresistenzen in der Krebstherapie darstellen könnte.»¹
Sensationell. Auch sensationell ist, dass Whey Antikörper enthält, fachsprachlich Immunoglobuline. Das Junge soll durch passive Immunisierung vor Infektionen geschützt werden – macht auch Muttermilch beim neugeborenen Säugling.
Kurzum: Antikörper, die im Muttertier zirkulieren, gelangen in die Milch und schützen so das Neugeborene. Dazu zählen viele Erreger, vor allem Bakterien und Viren. Eine Studie² zeigte vor kurzem, dass Milch von neuseeländischen Weiderindern Antikörper enthält, die __gegen das Spike-Protein von SARS-CoV-2 gerichtet __sind.
Die Kühe waren nicht mit Corona infiziert – stattdessen aber möglicherweise und natürlicherweise mit Viren, die eine sehr ähnliche Struktur aufweisen. Man könnte sich fragen, ob die in Whey enthaltenen Corona-Antikörper auch den Menschen schützen würden – wenn er Whey konsumiert.
Whey ist ein faszinierendes Protein (Gemisch). Es hebt sich von vielen anderen Nahrungsproteinen merklich ab, denn es zeigt eine weit überdurchschnittliche Bioaktivität mit spannenden Gesundheitseffekten, die auch in Studien hinreichend beschrieben sind.
Whey gibt es als Whey-Konzentrat, -Isolat und -Hydrolysat. Ausserdem in besonderer Variation, z. B. als Clear-Whey. Es kann aus Massentierhaltung stammen – oder aus (ökologischer) Weidehaltung, wie bei unserem Whey.
Ausprobieren lohnt sich. Zwar unterscheidet sich die Bioaktivität zwischen den verschiedenen Aufbereitungsarten. Am Ende des Tages profitieren wir aber von jeder Aufbereitungsart.
Nicht jeder verträgt jedes Whey-Protein gleich gut. Der eine kann eher mit Konzentrat, während der andere eher Isolat oder Clear-Whey präferiert. Ausprobieren lohnt sich.
Denn: Whey-Protein ist die heilige Kuh unter den Proteinen.