
Schwermetalle
Das unsichtbare Gift
Die unsichtbare Belastung durch Schwermetalle wie Cadmium schadet unserer Gesundheit massiv – indem sie Enzyme blockieren und Mitochondrien lahmlegen. Erfahre, wie du deine Exposition minimierst.

Schwermetalle
Die unsichtbare Belastung durch Schwermetalle wie Cadmium schadet unserer Gesundheit massiv – indem sie Enzyme blockieren und Mitochondrien lahmlegen. Erfahre, wie du deine Exposition minimierst.
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Bei vielen von uns funktioniert der Körper nicht so, wie er soll. Vieles davon haben wir akzeptiert. Gehört zum Leben dazu. Das summiert sich schleichend zu einem Prozess, den wir unter Alterung verbuchen. So, dass wir die Wehwehchen, die wir ab 30 so langsam dazu gewinnen, den natürlichen Alterungsprozessen zuschreiben.
Viele von uns wissen also nicht, was Gesundheit eigentlich ist und wie lange man im Leben überhaupt gesund sein kann. Obwohl die Altersforschung klar aufzeigt, dass wir eine sehr, sehr lange Gesundheitsspanne haben können, das Sprichwort «Ab 30 geht's bergab» also eher nicht gilt, sind gesundheitliche Störungen in unserer westlichen Welt so normal, dass wir das nicht mehr separiert bekommen.
Dazu gehören:
Nur, um ein paar genannt zu haben.
Und das hat einen Grund. Beispiel: Schon vor 20 Jahren liest man [Quelle nicht mehr verfügbar]:
Die zunehmende Verschmutzung der Umwelt durch Schwermetalle trägt wahrscheinlich zum vermehrten Auftreten von allergischen Erkrankungen und Krebs in der städtischen Bevölkerung bei. Unser Ziel sollte es sein, die Mechanismen zu ermitteln, die für die durch Blei und Cadmium ausgelösten Veränderungen der immunologischen Reaktion verantwortlich sind, so dass es möglich sein könnte, schwerwiegende Pathologien, die durch die Exposition gegenüber diesen Metallen entstehen, zu reduzieren oder zu minimieren.
Schwermetalle sind bei uns schon seit vielen Jahren grosses Thema (z. B. [Quelle nicht mehr verfügbar] und [Quelle nicht mehr verfügbar]). Schwermetalle können wir nicht sehen und erst mal nicht spüren. Sie sind für uns unsichtbar, ein trojanisches Pferd. Wenn sie im Körper, in unseren Zellen landen, blockieren sie chemische Abläufe, z. B. indem sie Enzyme hemmen. Im übertragendenen Sinne verkleben und verkleistern sie Zellfunktionen.
Unsere Biochemie wird dann eben nicht normal funktionieren können – womit wir beim Eingangsstatement dieses Newsletters wären. Viele Schwermetalle – übrigens wie viele weitere Umweltgifte – reichern sich bei regelmässiger Exposition über eine Lebzeit in uns an. Das liegt nicht zuletzt daran, dass beispielsweise Cadmium eine sehr lange Halbwertszeit im Körper hat und wir das Metall einfach nicht mehr zügig loswerden.
Dass unsere Gesundheit mit zunehmendem Alter offenbar schlechter wird, liegt also auch darin begründet, dass wir selbst Dysfunktionen forcieren, indem wir unseren Körper – unwissend – schleichend vergiften. Doch wir müssen nicht alt sein, um die Folgen einer Schwermetall-Exposition im Alltag ertragen zu müssen.
Cadmium gilt als eine der giftigsten Substanzen – quasi jedes Gewebe ist von einer Cadmiumexposition betroffen, speziell das Immunsystem:
Die Cadmium-Exposition beeinträchtigt die adaptive Immunität vor allem durch die Apoptose von T-Zellen und B-Zellen. Bei B-Zellen beeinträchtigt die Cadmium-Exposition die Oberflächenantigenexpression und hemmt selektiv die Synthese von Antikörpern. Somit kann die Cadmium-Exposition das Wachstum von Immunzellen und deren Funktion direkt beeinflussen. (vgl. [Quelle nicht mehr verfügbar])
Hier steht also schwarz auf weiss: Wenn du mit Cadmium belastet bist, werden T-Zellen und B-Zellen – beide Teil des adaptiven, spezifischen Immunsystems – nicht normal funktionieren. Das wiederum bedeutet beispielsweise, dass wir Infekte nicht ordentlich ausheilen oder sehr viel schwerer an Infektionen erkranken. Nur durch ein Schwermetall. Natürlich betrifft dies alle Teile des Immunsystems – wir haben lediglich Teile der Arbeit zitiert.
Ähnliches gilt für die Funktion unserer Mitochondrien. Die setzen in unseren Zellen Energie um, schenken uns genau das: Lebensenergie. Wenn die Funktion der Mitochondrien eingeschränkt ist, verbrennen wir nicht nur weniger Fett, wir haben auch weniger Energie im Alltag, Heisshungerattacken und vermutlich eine verkürzte Lebensspanne. Klingt gravierend, ist gravierend:
Somit kann eine längere Cadmium-Exposition selbst bei niedrigen Dosen eine Multiorgan-Toxizität verursachen. Mitochondrien sind wichtige intrazelluläre Ziele für die Cadmium-induzierte Zelltoxizität, aber die zugrunde liegenden Mechanismen sind noch nicht vollständig geklärt. (vgl. [Quelle nicht mehr verfügbar])
All das spüren wir eben nicht in Form einer akuten Vergiftung. All das spüren wir durch gesundheitliche Störungen jeder Art. Nur, dass wir die Gründe in den seltensten Fälle verstehen.
Damit wir unseren Lesern nicht den ganzen Sonntag versauen, haben wir noch einige gute Nachrichten zum Schluss. Zunächst einmal gilt, dass die meisten Lebensmittel wenig Cadmium enthalten, das natürlicherweise von Pflanzen und Tieren aus der Umwelt aufgenommen wird. Die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge von 2,5 Mikrogramm pro kg Körpergewicht – das sind ca. 30 μg für einen 85-kg schweren Mann pro Tag – erreichen wir über die normale Ernährung eigentlich nicht.
Ausnahme: Rauchen. Es wird vermutet, dass man über eine Zigarette bereits 1-2 μg Cadmium inhaliert. Zehn Zigaretten am Tag machen also schon mal 10-20 μg Cadmium pro Tag. Ausserdem gehört Kakao zu den stärksten Cadmiumquellen auf unserem Speiseplan – erst kürzlich ergab [Quelle nicht mehr verfügbar], dass im Schnitt 4 mg Cadmium in einem Kilogramm Kakaobohnen enthalten sind. Schon 10 g Kakao pro Tag tragen also erheblich zur Cadmiumexposition bei.
Das wurde auch in [Quelle nicht mehr verfügbar] des US-Konsumentenmagazins Consumer Reports vor wenigen Monaten bestätigt. 28 Tafeln mit dunkler Schokolade wurden auf ihren Gehalt an Cadmium und Blei geprüft. 23 der untersuchten Schokoladentafeln zeigten einen erhöhten Schwermetallgehalt. Darunter waren übrigens auch zwei Tafeln der bekannten Firma Lindt. Diese Schwermetallbelastung sei für jeden ein Problem, sagen die Autoren.
Was uns zum [Quelle nicht mehr verfügbar] bringt. Kakao und deine Mitochondrien. Viele Menschen haben es sich leider zur Gewohnheit gemacht, erhebliche Mengen dunkle Schokolade täglich zu essen. Im guten Glauben daran, dass das total gesund sei. Leider ist Kakao auch eine ausgezeichnete Nickel-, Aluminium- und Bleiquelle. Viele Menschen belasten ihre Mitochondrien auf diese Weise mit Schwermetallen und schränken so ihre Funktion ein.
Die beste Idee wäre, den Kakao-Konsum zu minimieren. Als gute Cadmium-Gegengifte haben sich N-Acetylcystein, Zink und Selen erwiesen. Ausserdem hilft Sport mal wieder: Er steigert die Ausscheidung von Schwermetallen. Nichts Neues, aber brauchbares Wissen. Denn genau das zaubert manchen Menschen ein Lächeln ins Gesicht, wenn sie z. B. ihre Allergien in den Griff bekommen, indem sie schlicht ihren Kakaokonsum reduzieren. Glaubt man nur, wenn man's erlebt hat. ;-)